Umbauter Raum – Schnittansicht eines unterkellerten Einfamilienhauses mit Satteldach und offenem Dachraum

Umbauter Raum und Bruttorauminhalt berechnen

Der umbaute Raum taucht in Kaufverträgen, alten Bauakten, Versicherungspolicen und Wertgutachten auf – oft ohne Hinweis, wie er ermittelt wurde. Wer ein Bestandsgebäude kauft, umbaut oder bewertet, stolpert zwangsläufig über die Frage: Ist mit umbauter Raum dasselbe gemeint wie mit dem Bruttorauminhalt (BRI) der aktuellen DIN 277? Die kurze Antwort lautet nein. Die lange Antwort mit Formeln, Rechenbeispiel und den typischen Messfehlern aus der Praxis lesen Sie hier.

Kurzantwort

Der umbaute Raum ist das Gebäudevolumen in m³ nach der alten DIN 277 von 1950: gemessen ab Oberkante Kellerfußboden, ohne Fundamente, ein nicht ausgebauter Dachraum zählt nur zu einem Drittel. Der Bruttorauminhalt (BRI) nach heutiger DIN 277 erfasst dagegen das gesamte Volumen ab der Unterseite der Bodenplatte und inklusive Dachhaut – er fällt deshalb meist deutlich größer aus. Beide Werte sind nicht austauschbar.

Inhaltsverzeichnis
Definition

Was ist der umbaute Raum?

Der umbaute Raum (kurz UR) beschreibt das Volumen eines Gebäudes in Kubikmetern – also den Raum, der von Außenwänden, der untersten Geschossdecke und dem Dach umschlossen wird. Umgangssprachlich spricht man auch von der Kubatur. Definiert wurde der Begriff in der DIN 277 von 1950, die damals festlegte, von welcher Unterkante bis zu welcher Oberkante gemessen wird und welche Bauteile außen vor bleiben.

Die Kennzahl diente jahrzehntelang als Grundlage für Baukostenschätzungen, Gebäudeversicherungen und die Wertermittlung. Genau deshalb ist sie bis heute präsent: In vielen Bauakten aus den 1950er- bis 1970er-Jahren steht ausschließlich ein Wert für den umbauten Raum, und manche Versicherungsverträge rechnen noch immer damit.

Wichtig für das Verständnis: Der umbaute Raum ist ein konventionelles Maß. Er bildet nicht exakt das physische Volumen ab, sondern folgt festen Abgrenzungsregeln. Wer zwei Werte vergleicht, muss deshalb immer wissen, nach welcher Regel sie entstanden sind. Die Grundlagen der Flächen- und Raumermittlung haben wir in unserem Überblick zu den Flächenarten nach DIN 277 zusammengefasst.

Umbauter Raum – Volumenmodell eines Satteldachhauses aus Punktwolke, zerlegt in Keller, Geschosse und Dachraum
Aus der Punktwolke entsteht ein Volumenmodell: Keller, Geschosse und Dachraum werden als einzelne Teilkörper sichtbar – die Grundlage für jede Kubaturberechnung.
Norm

Umbauter Raum und Bruttorauminhalt: die Normgeschichte

Die DIN 277 wurde mehrfach grundlegend überarbeitet. Mit der Neufassung von 1973 ersetzte der Brutto-Rauminhalt (BRI) den umbauten Raum als Normbegriff. Spätere Ausgaben (1987, 2005, 2016 und die aktuelle Fassung 2021) haben die Systematik verfeinert, das Grundprinzip des BRI aber beibehalten.

Trotzdem lebt der alte Begriff weiter – in Exposés, in Bestandsunterlagen und im allgemeinen Sprachgebrauch. Häufig wird „umbauter Raum“ heute schlicht als Synonym für den BRI verwendet, obwohl die beiden Werte nach unterschiedlichen Regeln entstehen. Das führt in der Praxis regelmäßig zu Missverständnissen, etwa wenn eine Kubatur aus einer Bauakte von 1962 mit einer Neuberechnung verglichen wird.

Normstand Volumenbegriff Kerngedanke
DIN 277 (1950) Umbauter Raum (UR) Messung ab Oberkante Kellerfußboden, nicht ausgebauter Dachraum zu 1/3
DIN 277 (1973/1987) Brutto-Rauminhalt (BRI) Gesamtvolumen inkl. Bodenplatte und Dachhaut
DIN 277 (2005) Brutto-Rauminhalt (BRI) Unterscheidung nach Umschließung der Bereiche
DIN 277 (2016/2021) Brutto-Rauminhalt (BRI) Regelfall R und Sonderfall S, einheitliche Systematik mit der BGF
💡 MerkeUmbauter Raum = historischer Begriff nach DIN 277 von 1950. Bruttorauminhalt = aktueller Normbegriff. Wer heute eine normgerechte Kubatur braucht, rechnet den BRI – und weist bei Bedarf den umbauten Raum zusätzlich aus.
Formel

Umbauter Raum berechnen nach DIN 277 (1950)

Wer den umbauten Raum berechnen möchte, zerlegt das Gebäude zunächst in einfache Körper: Quader für die Vollgeschosse, Prismen oder Pyramidenstümpfe für das Dach. Die Grundformel für jeden Quader lautet:

ℹ️ InfoVolumen = Länge × Breite × Höhe – jeweils mit den äußeren Abmessungen des Baukörpers (Außenkante Putz bzw. Außenwand).

Entscheidend sind die Abgrenzungsregeln der DIN 277 von 1950:

✓Untere Begrenzung: Oberkante Kellerfußboden. Bei nicht unterkellerten Gebäuden gilt die Oberkante des Geländes bzw. des Erdgeschossfußbodens.
✓Fundamente und Bodenplatte unterhalb des Kellerfußbodens zählen nicht.
✓Ausgebautes Dachgeschoss: wird bis zur Außenfläche der umschließenden Wände und Decken voll angerechnet – ohne Dachbelag.
✓Nicht ausgebauter Dachraum: wird geometrisch ermittelt und nur zu einem Drittel angesetzt.
✓Nicht mitgerechnet: offene Balkone und Loggien, Außentreppen, Kellerlichtschächte und vergleichbare untergeordnete Bauteile.

Formel für den nicht ausgebauten Satteldachraum

Für ein Satteldach ergibt sich der Dachraum als dreiseitiges Prisma: (Gebäudebreite × Dachhöhe ÷ 2) × Gebäudelänge. Beim umbauten Raum wird dieses Volumen durch drei geteilt. Bei einem Walm- oder Zeltdach wird der Körper in Prisma und Pyramiden zerlegt. Wie stark ein Kniestock (Drempel) das Dachvolumen erhöht, sollten Sie dabei gesondert berücksichtigen – er wird als senkrechter Quader unter dem Dachprisma gerechnet.

💡 TippNotieren Sie für jeden Teilkörper, ab welcher Kante Sie gemessen haben. Diese kleine Dokumentation erspart später jede Diskussion darüber, ob ein Wert als umbauter Raum oder als BRI gemeint war.
Aktuelle Norm

Bruttorauminhalt berechnen nach aktueller DIN 277

Der Bruttorauminhalt ist nach der aktuellen DIN 277 das Volumen des Baukörpers, das von den äußeren Begrenzungsflächen umschlossen wird. Er wird aus der Bruttogrundfläche (BGF) der einzelnen Grundrissebenen und den jeweils zugehörigen Höhen berechnet:

ℹ️ InfoBRI = Σ (BGF je Grundrissebene × zugehörige Höhe)
Die Höhe reicht von der Unterseite der konstruktiven Bauwerkssohle (Bodenplatte) bis zur Oberkante der Dachhaut. Einzel- und Streifenfundamente darunter zählen nicht.

Im Unterschied zum umbauten Raum zählt beim Bruttorauminhalt also auch die Bodenplatte mit, der Dachraum wird unabhängig vom Ausbauzustand voll angesetzt, und der Dachbelag gehört dazu. Ob ein Dachboden ausgebaut ist oder nicht, spielt für den BRI keine Rolle.

Regelfall R und Sonderfall S

Die aktuelle Norm unterscheidet zwei Fälle. Zum Regelfall R gehören alle Bereiche, die allseitig umschlossen sind – also der klassische Innenraum. Zum Sonderfall S zählen Bereiche, die zwar zum Gebäude gehören, aber nicht vollständig umschlossen sind, etwa überdachte Durchfahrten oder Loggien. Beide werden getrennt ausgewiesen, damit Kostenkennwerte sauber vergleichbar bleiben. Die Systematik entspricht der Aufteilung bei der BGF, die Sie in unserem Beitrag zu Grundfläche, GRZ und GFZ im baurechtlichen Zusammenhang wiederfinden.

🚩 WichtigWerte aus unterschiedlichen DIN-277-Ausgaben sind nur eingeschränkt vergleichbar. Wenn Sie einen BRI weiterverwenden, fragen Sie immer nach der zugrunde liegenden Normfassung.
Praxisbeispiel

Rechenbeispiel: ein Haus, zwei Kubaturen

Wie groß der Unterschied ausfallen kann, zeigt ein vereinfachtes Beispiel. Angenommen wird ein freistehendes, voll unterkellertes Einfamilienhaus mit rechteckigem Grundriss von 12,00 m × 10,00 m (Außenmaß), Erdgeschoss, Obergeschoss und einem nicht ausgebauten Satteldach. Der First verläuft parallel zur 12-m-Seite.

Bruttorauminhalt (aktuelle DIN 277)

Teilkörper Rechnung Volumen
Keller (ab Unterkante Bodenplatte) 120 m² × 2,75 m 330,0 m³
Erdgeschoss 120 m² × 2,90 m 348,0 m³
Obergeschoss 120 m² × 2,90 m 348,0 m³
Dachraum (inkl. Dachhaut, Höhe 4,50 m) (10,00 × 4,50 ÷ 2) × 12,00 m 270,0 m³
BRI gesamt 1.296,0 m³

Umbauter Raum (DIN 277 von 1950)

Teilkörper Rechnung Volumen
Keller (ab Oberkante Kellerfußboden) 120 m² × 2,50 m 300,0 m³
Erdgeschoss 120 m² × 2,90 m 348,0 m³
Obergeschoss 120 m² × 2,90 m 348,0 m³
Dachraum ohne Dachbelag (Höhe 4,30 m), davon 1/3 (10,00 × 4,30 ÷ 2) × 12,00 m ÷ 3 86,0 m³
Umbauter Raum gesamt 1.082,0 m³

Ergebnis: Für dasselbe Haus ergeben sich rund 1.082 m³ umbauter Raum, aber 1.296 m³ Bruttorauminhalt. Der BRI liegt in diesem Beispiel also um gut 200 m³ – knapp ein Fünftel – höher. Der größte Einzelposten ist der nicht ausgebaute Dachraum, der beim umbauten Raum nur zu einem Drittel zählt.

Die Zahlen zeigen, warum ein pauschaler Umrechnungsfaktor zwischen umbautem Raum und BRI nicht funktioniert: Ein Flachdachbau ohne Keller liegt nahe beieinander, ein unterkellertes Haus mit großem Spitzboden weit auseinander. Wer belastbare Werte braucht, rechnet beide Größen aus denselben Aufmaßdaten neu.

Umbauter Raum – nicht ausgebauter Dachraum mit offenem Sparrendach und Laserscanner auf Stativ
Der nicht ausgebaute Dachraum macht den größten Unterschied: Beim umbauten Raum zählt er nur zu einem Drittel, beim Bruttorauminhalt voll.
Vergleich

Umbauter Raum vs. BRI: der Unterschied im Überblick

Kriterium Umbauter Raum (1950) Bruttorauminhalt (aktuell)
Untere Begrenzung Oberkante Kellerfußboden Unterseite der Bodenplatte (Bauwerkssohle)
Bodenplatte nicht enthalten enthalten (Fundamente darunter nicht)
Nicht ausgebauter Dachraum zu 1/3 angerechnet voll angerechnet
Dachbelag / Dachhaut nicht enthalten enthalten
Nicht allseitig umschlossene Bereiche überwiegend ausgenommen als Sonderfall S gesondert ausgewiesen
Normstatus historisch, nicht mehr gültig aktueller Normbegriff

Faustregel aus der Praxis: Der Bruttorauminhalt ist fast immer größer als der umbaute Raum desselben Gebäudes. Wie groß die Lücke ist, hängt vor allem von Keller, Dachform und Ausbauzustand ab.

Anwendung

Wofür wird der umbaute Raum heute noch gebraucht?

Auch wenn der Normbegriff längst ersetzt ist, begegnet Ihnen der umbaute Raum weiterhin in mehreren Zusammenhängen:

✓Gebäudeversicherung: Ältere Wohngebäudeversicherungen ermitteln den Versicherungswert teilweise noch über den umbauten Raum. Eine falsche Kubatur kann dort zu einer unpassenden Versicherungssumme führen – die Details klären Sie mit Ihrem Versicherer.
✓Baukostenschätzung: Kostenkennwerte in Euro pro m³ beziehen sich heute auf den BRI. Wer versehentlich den umbauten Raum einsetzt, unterschätzt die Kosten.
✓Wertermittlung: Ältere Gutachten und Bewertungsverfahren arbeiteten mit dem umbauten Raum; aktuelle Verfahren stützen sich meist auf Flächen. Beim Vergleich alter und neuer Gutachten ist die Unterscheidung wichtig.
✓Bauantrag und Gebühren: In einigen Bundesländern fließt der Bruttorauminhalt in die Berechnung von Baugenehmigungsgebühren oder Rohbauwerten ein. Welche Angaben Ihre Bauaufsicht konkret verlangt, erfahren Sie dort bzw. bei Ihrem Planer.
✓Energie- und Lüftungsplanung: Planer arbeiten mit Volumina beheizter Bereiche – hier wird allerdings nach eigenen Regeln gerechnet, nicht nach umbautem Raum.

In unseren Stuttgarter Projekten sehen wir besonders häufig den Fall, dass Eigentümer von Nachkriegsbauten nur eine Kubatur aus der Bauakte besitzen – ohne Angabe, ob umbauter Raum oder BRI gemeint ist. Für eine belastbare Flächenberechnung nach DIN 277 empfehlen wir dann, beide Größen aus einem aktuellen Aufmaß neu zu ermitteln, statt alte Werte fortzuschreiben.

Fehlerquellen

Typische Fehlerquellen bei der Kubaturberechnung

Die Formel ist einfach – die Fehler stecken in den Eingangsmaßen. Diese Probleme begegnen uns bei Bestandsgebäuden am häufigsten:

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Maße aus alten Plänen übernehmenBestandspläne geben oft den Planungsstand wieder, nicht den gebauten Zustand. Anbauten, geänderte Dachformen oder zusätzliche Gauben fehlen dann in der Kubatur.

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Innen- statt AußenmaßeUmbauter Raum und BRI werden mit Außenmaßen gerechnet. Wer mit Innenmaßen aus dem Wohnflächenplan arbeitet, lässt die Wandstärken weg – bei massiven Altbauwänden ein erheblicher Fehler.

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Falsche HöhenbezügeDie Geschosshöhe wird von Oberkante Rohdecke zu Oberkante Rohdecke gemessen, nicht als lichte Raumhöhe. Beim Keller entscheidet der Bezugspunkt (Oberkante Fußboden oder Unterkante Bodenplatte), ob Sie den umbauten Raum oder den BRI berechnen.

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Dachgeometrie unterschätztFirsthöhe, Dachneigung und Kniestock werden in alten Plänen selten exakt dokumentiert. Schon wenige Zentimeter Abweichung bei der Firsthöhe verändern das Dachvolumen spürbar.

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Unklare Abgrenzung von AnbautenGaragen, Wintergärten und überdachte Freisitze: Gehören sie dazu, und wenn ja, als Regel- oder Sonderfall? Ohne klare Dokumentation ist der Wert später nicht nachvollziehbar.

Gerade bei gewachsenen Gebäuden mit schiefen Wänden, versetzten Geschossen und unregelmäßigen Dächern stößt das Handaufmaß mit Zollstock und Laser-Distanzmesser schnell an Grenzen. Einen Überblick über die Methoden finden Sie in unserem Leitfaden zur Bestandsaufnahme von Gebäuden.

Unser Vorgehen

So ermitteln wir Kubatur und BRI mit dem Laserscan

Für eine belastbare Kubatur braucht es vor allem eines: die tatsächliche Geometrie des Gebäudes. Wir erfassen das Objekt deshalb per 3D-Laservermessung – innen, außen und im Dachraum. Das Ergebnis ist eine Punktwolke mit je nach Objekt 20–50 Millionen Messpunkten, aus der wir Außenmaße, Geschosshöhen, Firsthöhe und Dachneigung direkt ableiten.

01

Erfassung vor OrtBei einem Einfamilienhaus dauert der Scan vor Ort in der Regel 2–4 Stunden. Keller, Dachraum und Fassaden werden in einem Durchgang aufgenommen.

02

Auswertung der PunktwolkeDie registrierte Punktwolke steht in der Regel innerhalb von 1–2 Tagen nach der Erfassung zur Verfügung. Daraus leiten wir Schnitte, Grundrisse und die Dachgeometrie ab.

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Kubatur- und FlächenberechnungWir berechnen den BRI nach aktueller DIN 277 und weisen auf Wunsch zusätzlich den umbauten Raum nach der Systematik von 1950 aus – mit nachvollziehbarer Herleitung je Teilkörper.

Die Modellgenauigkeit liegt bei ±20 mm, auf Wunsch bei ±10 mm. Damit fallen die typischen Fehlerquellen – falsche Höhenbezüge, geschätzte Dachhöhen, vergessene Anbauten – weg. Aus demselben Datensatz entstehen Grundrisse, Schnitte und die professionelle Flächen- und Kubaturberechnung, ohne dass für jede Kennzahl erneut gemessen werden muss.

Wir arbeiten primär in Stuttgart und Baden-Württemberg und betreuen Projekte in ganz Deutschland, etwa in Berlin, Hamburg, München und Düsseldorf. Wenn Sie klären möchten, welche Kennzahlen Sie für Ihr Vorhaben brauchen, können Sie direkt einen Beratungstermin vereinbaren.

FAQ

Häufige Fragen zum umbauten Raum

Ist umbauter Raum dasselbe wie der Bruttorauminhalt?
Nein. Der umbaute Raum stammt aus der DIN 277 von 1950 und wird ab Oberkante Kellerfußboden gemessen, ein nicht ausgebauter Dachraum zählt nur zu einem Drittel. Der Bruttorauminhalt der aktuellen DIN 277 umfasst das gesamte Volumen inklusive Bodenplatte und Dachhaut. Mehr zur Systematik lesen Sie in unserem Überblick zu DIN 277 und ihren Flächenarten.
Zählt der Keller zum umbauten Raum?
Ja, der Keller zählt zum umbauten Raum – gemessen ab Oberkante Kellerfußboden. Fundamente und Bodenplatte darunter bleiben außen vor. Das ist ein anderer Maßstab als bei der Wohnfläche, wo Kellerräume in der Regel nicht angerechnet werden; die Unterschiede erklären wir im Beitrag Zählt der Keller zur Wohnfläche?.
Wie berechne ich den umbauten Raum eines Satteldachs?
Den Dachraum berechnen Sie als Prisma: Gebäudebreite × Dachhöhe ÷ 2 × Gebäudelänge. Ist das Dachgeschoss nicht ausgebaut, setzen Sie beim umbauten Raum nur ein Drittel davon an; beim BRI zählt der volle Wert. Ein vorhandener Drempel wird als Quader ergänzt – siehe unseren Beitrag zu Kniestock und Drempel.
Wofür brauche ich heute den Bruttorauminhalt?
Der BRI ist die Bezugsgröße für Baukostenkennwerte pro m³ und wird in einigen Bundesländern für Bauantragsunterlagen oder Gebührenberechnungen verwendet. Welche Angaben konkret gefordert sind, klärt Ihr Planer mit der Bauaufsicht. Die Grundlage liefert eine normgerechte Flächenberechnung vom Fachbüro.
Was kostet die Ermittlung von Kubatur und BRI per Aufmaß?
Die Kosten hängen vor allem von Größe und Komplexität des Gebäudes ab. Unser Basis-Aufmaß für Gebäude bis 400 m² BGF liegt bei 800–1.500 €; darauf aufbauend berechnen wir BRI und umbauten Raum. Details finden Sie auf unserer Seite zum Laserscan-Aufmaß.
Wie genau muss die Kubaturberechnung sein?
Für Kostenschätzungen und Versicherungswerte reicht eine nachvollziehbare, normgerechte Berechnung. Entscheidend ist, dass die Eingangsmaße stimmen. Mit dem Laserscan liegt die Modellgenauigkeit bei ±20 mm, auf Wunsch bei ±10 mm – wie die zugrunde liegende Punktwolke aus dem 3D-Laserscan entsteht, erklären wir separat.
Fazit

Fazit: Umbauter Raum oder BRI – was Sie wirklich brauchen

Der umbaute Raum ist ein historischer Kennwert aus der DIN 277 von 1950 – nützlich, um alte Bauakten, Gutachten und Versicherungsverträge zu verstehen, aber kein aktueller Normbegriff mehr. Für Kostenplanung, Bauantrag und moderne Bewertungen zählt der Bruttorauminhalt, der Bodenplatte, Dachhaut und den gesamten Dachraum einschließt und deshalb meist deutlich größer ausfällt.

Ob Sie den umbauten Raum für einen Versicherungsvertrag oder den BRI für eine Kostenschätzung brauchen: Belastbar sind beide Werte nur, wenn die Geometrie stimmt. Ein Laserscan liefert die Maße für beide Rechenwege in einem Durchgang – mit nachvollziehbarer Herleitung.

Kubatur und Flächen belastbar ermitteln?

Wir erfassen Ihr Gebäude per Laserscan und berechnen BRI, umbauten Raum und Flächen nach DIN 277.

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Lars Beckmann

Lars BeckmannGeschäftsführer · parallelum GmbH

Gegründet 2021 in Stuttgart. Spezialisiert auf 3D-Laserscanning, Scan-to-BIM und präzise Bestandsdokumentation für Architekten, Facility Manager und Projektentwickler in ganz Deutschland.