Wohnflächenberechnung – Laserdistanzmesser misst einen leeren Altbau-Wohnraum

Wohnflächenberechnung: Grundlagen, Verfahren & Praxis

Die Wohnflächenberechnung entscheidet darüber, mit welcher Quadratmeterzahl eine Wohnung in Mietvertrag, Kaufvertrag, Finanzierungsunterlage und Nebenkostenabrechnung auftaucht. Zwei Regelwerke kommen dafür in Frage – und sie liefern für dasselbe Objekt oft deutlich unterschiedliche Ergebnisse. Dieser Beitrag zeigt Ihnen, welche Flächen wie angerechnet werden, wo die typischen Rechenfehler sitzen und wie die Maße entstehen, auf denen am Ende alles aufbaut.

Kurzantwort

Die Wohnflächenberechnung erfasst die anrechenbaren Grundflächen einer Wohnung – in der Regel nach der Wohnflächenverordnung (WoFlV). Flächen ab 2,00 m lichter Höhe zählen voll, zwischen 1,00 und 2,00 m zur Hälfte, darunter gar nicht. Balkone und Terrassen werden meist zu einem Viertel angerechnet, Keller und Garagen außerhalb der Wohnung bleiben außen vor. Die Alternative DIN 277 kennt diese Höhenabzüge nicht und kommt deshalb fast immer auf höhere Werte.

Inhaltsverzeichnis
Grundlagen

Was die Wohnflächenberechnung leistet

Die Wohnflächenberechnung ist die systematische Ermittlung aller Grundflächen, die zu einer Wohnung gehören und nach einem festgelegten Regelwerk angerechnet werden dürfen. Sie ist keine simple Multiplikation von Länge mal Breite, sondern eine Bewertung: Jede Fläche wird geprüft, einer Kategorie zugeordnet und mit einem Faktor zwischen null und hundert Prozent angesetzt.

Diese Zahl ist selten Selbstzweck. Sie steuert Geld – und zwar an mehreren Stellen gleichzeitig:

✓Mietverhältnis: Kaltmiete je Quadratmeter sowie die Verteilung von Betriebs- und Heizkosten
✓Kauf und Bewertung: Der Quadratmeterpreis ist die zentrale Vergleichsgröße am Markt
✓Finanzierung: Banken hinterlegen die Wohnfläche im Beleihungswert und verlangen eine nachvollziehbare Aufstellung
✓Abgaben und Versicherung: Grundsteuer, Förderprogramme und Versicherungssummen knüpfen an die Fläche an
✓Aufteilung: Bei Wohnungseigentum fließt die Fläche in die Miteigentumsanteile ein

In unseren Stuttgarter Projekten begegnet uns die Wohnflächenberechnung deshalb fast immer in einer Situation, in der jemand eine belastbare Zahl braucht – keine Schätzung aus einem alten Plan. Genau dort beginnt das eigentliche Problem: Sehr viele Flächenangaben stammen aus Unterlagen, die vor 2004 entstanden sind, nach einem anderen Regelwerk gerechnet wurden oder auf Planmaßen statt auf dem gebauten Zustand beruhen.

🚩 WichtigPlanmaß ist nicht Bestandsmaß. Zwischen Entwurfsplan und ausgeführtem Bau liegen Putzstärken, Ausführungstoleranzen und nachträgliche Umbauten. Wer eine Wohnflächenberechnung auf Planmaße stützt, rechnet ein Gebäude, das so nie gebaut wurde.
Wohnflächenberechnung – Punktwolke eines Wohnungsgrundrisses auf dem Monitor
Aus der Punktwolke eines Laserscans lässt sich jede Teilfläche maßhaltig ableiten und jederzeit nachprüfen.
Regelwerke

WoFlV und DIN 277 im Vergleich

Für die Wohnflächenberechnung in Deutschland stehen zwei Regelwerke zur Verfügung. Sie verfolgen unterschiedliche Zwecke – und das erklärt, warum sie für dasselbe Objekt unterschiedliche Zahlen liefern.

Die Wohnflächenverordnung (WoFlV) gilt seit dem 1. Januar 2004 und ist der Standard im Wohnbereich. Sie fragt nicht, wie groß ein Raum geometrisch ist, sondern wie gut er sich tatsächlich zum Wohnen eignet. Deshalb kennt sie Abzüge: für niedrige Raumhöhen, für Außenflächen, für unbeheizte Räume.

Die DIN 277 stammt aus dem Bauwesen und dient der Kosten- und Mengenermittlung. Sie erfasst Grundflächen vollständig und differenziert stattdessen nach Flächenarten – Brutto-Grundfläche, Netto-Raumfläche, Nutzungsfläche. Höhenfaktoren kennt sie nicht.

Wer dieselbe Dachgeschosswohnung einmal nach WoFlV und einmal nach DIN 277 rechnet, erhält deshalb zwei Ergebnisse, die um zweistellige Prozentwerte auseinanderliegen können. Keines davon ist falsch – sie beantworten schlicht verschiedene Fragen. Entscheidend ist, dass im Dokument steht, nach welchem Regelwerk gerechnet wurde. Fehlt diese Angabe, ist die Zahl praktisch wertlos.

Kriterium Wohnflächenverordnung DIN 277
Zweck Wohnwert, Miet- und Kaufverträge Bauplanung, Kosten- und Mengenermittlung
Raumhöhe Abzüge unterhalb von 2,00 m keine Höhenfaktoren
Balkon, Terrasse in der Regel 25 %, in Ausnahmen bis 50 % vollständig, als eigene Flächenart
Keller, Garage zählen nicht zur Wohnfläche werden als eigene Flächenart erfasst
Ergebnis tendenziell kleinere Fläche tendenziell größere Fläche
Typischer Einsatz Vermietung, Verkauf, Finanzierung Bauantrag, Ausschreibung, Gewerbeflächen

Für Wohnimmobilien ist die WoFlV der Regelfall. Die DIN 277 wird ergänzend herangezogen, wenn es um Bauantrag, Kostenschätzung oder gewerbliche Flächen geht. Wir liefern eine Flächenberechnung nach DIN 277 und nach WoFlV deshalb häufig parallel aus – dieselbe Aufnahme bedient dann beide Fragestellungen, ohne dass jemand ein zweites Mal anreisen muss.

Raumarten

Welche Räume in die Wohnfläche einfließen

Die Wohnflächenverordnung sortiert jede Fläche in eine von drei Gruppen: voll anrechenbar, anteilig anrechenbar oder gar nicht anrechenbar. Maßgeblich ist dabei nicht die Nutzung im Alltag, sondern die Zugehörigkeit zur Wohnung.

100 ProzentVoll anrechenbarWohn-, Schlaf- und Kinderzimmer, Küche, Bad und WC, Flure und Dielen innerhalb der Wohnung, Arbeitszimmer, Abstellräume innerhalb der Wohnung sowie Einbauschränke.
25 bis 50 ProzentAnteilig anrechenbarBalkone, Loggien, Dachgärten und Terrassen sowie unbeheizbare Wintergärten, Schwimmbäder und ähnliche nach allen Seiten geschlossene Räume.
0 ProzentNicht anrechenbarKeller- und Abstellräume außerhalb der Wohnung, Waschküche, Heizungs- und Technikräume, Garagen, nicht ausgebaute Dachböden, Treppenhäuser sowie Geschäftsräume.
💡 MerkeDas Wort „innerhalb“ trägt in der Wohnflächenverordnung enormes Gewicht. Ein liebevoll ausgebauter Hobbyraum zählt voll mit, wenn er zur Wohnung gehört – und gar nicht, wenn er als separater Kellerraum erschlossen ist. Der Ausbaustandard ändert daran nichts.
Raumhöhe

Raumhöhen und Dachschrägen: die Halbierungsregel

Die Höhenstaffelung ist der Kern der Wohnflächenverordnung und zugleich der Punkt, an dem in der Praxis die größten Abweichungen entstehen. Maßgeblich ist die lichte Höhe, also der senkrechte Abstand von der Oberkante des fertigen Fußbodens bis zur Unterkante der Decke beziehungsweise der Dachschräge.

100 %
ab 2,00 m Höhe
50 %
1,00 bis 2,00 m
0 %
unter 1,00 m
25 %
Balkon, Regelfall

Praktisch bedeutet das: Ein Dachgeschossraum wird nicht als eine Fläche behandelt, sondern in drei Zonen zerlegt. Man ermittelt am Boden die Linien, an denen die Dachschräge exakt 1,00 m und exakt 2,00 m lichte Höhe erreicht, und misst die horizontalen Abstände zwischen diesen Linien und der Wand. Erst diese Teilflächen werden mit ihren Faktoren multipliziert.

Dieselbe Staffelung greift überall dort, wo die Höhe unterschritten wird – unter Treppenläufen, unter abgehängten Decken, in Gauben und unter Deckenunterzügen. Eine Gaube schafft dabei häufig eine Insel voller Anrechenbarkeit inmitten einer halbierten Zone, was die Geometrie zusätzlich verkompliziert.

💡 TippPrüfen Sie bei jeder übernommenen Wohnflächenberechnung zuerst, ob die Höhenzonen einzeln ausgewiesen sind. Steht für ein Dachgeschosszimmer nur eine einzige Quadratmeterzahl im Dokument, wurde die Staffelung entweder geschätzt oder gar nicht angewendet.
Außenflächen

Außenflächen: Balkon, Terrasse, Loggia, Wintergarten

Balkone, Loggien, Dachgärten und Terrassen sind nach der Wohnflächenverordnung in der Regel zu einem Viertel anzurechnen. Ein höherer Ansatz von bis zu der Hälfte ist zulässig, wenn die Fläche besonders hochwertig ist – etwa durch eine geschützte Lage, eine aufwendige Ausführung oder eine ganzjährig gute Nutzbarkeit.

Diese Bandbreite ist einer der häufigsten Streitpunkte überhaupt. Der Unterschied zwischen 25 und 50 Prozent macht bei einer 12 m² großen Dachterrasse bereits 3 m² aus – bei städtischen Quadratmeterpreisen eine relevante Größe. Deshalb gilt: Der gewählte Faktor gehört ausgewiesen und begründet in das Dokument, nicht stillschweigend in die Summe.

Wintergärten und Schwimmbäder folgen einer eigenen Logik. Ist der Raum nach allen Seiten geschlossen, aber nicht beheizbar, wird er zur Hälfte angerechnet. Lässt er sich beheizen und damit ganzjährig nutzen, zählt er wie ein normaler Wohnraum voll mit. Entscheidend ist also die tatsächliche Beheizbarkeit, nicht die Bezeichnung im Grundriss.

ℹ️ InfoBei Balkonen wird die Fläche bis zur Außenkante der Brüstung gemessen, nicht bis zur Innenkante. Die Grundfläche der Brüstung selbst bleibt dabei unberücksichtigt.
Sonderfälle

Sonderfälle: Keller, Treppen, Nischen und Einbauten

Jenseits der großen Regeln enthält die Wohnflächenverordnung eine Reihe von Detailvorschriften, die in der Praxis regelmäßig übersehen werden – und die in Summe schnell mehrere Quadratmeter ausmachen.

KellerLage entscheidetKellerräume außerhalb der Wohnung bleiben unberücksichtigt. Eine als Wohnraum genehmigte Souterrainwohnung folgt dagegen den normalen Höhenregeln.
TreppenDrei SteigungenTreppen und Treppenabsätze mit mehr als drei Steigungen werden nicht angerechnet. Kürzere Stufenfolgen zählen dagegen mit.
NischenAb 13 ZentimeternFenster- und Wandnischen zählen nur, wenn sie bis zum Boden herunterreichen und mindestens 0,13 m tief sind. Türnischen bleiben stets außen vor.
EinbautenPfeiler und SchornsteineSchornsteine, Vormauerungen, Pfeiler und Säulen werden abgezogen, wenn sie höher als 1,50 m sind und mehr als 0,1 m² Grundfläche einnehmen.

Fest eingebaute Möbel werden nicht abgezogen – ein Einbauschrank steht auf anrechenbarer Fläche. Ebenso bleiben Fuß- und Sockelleisten unberücksichtigt: Gemessen wird bis zur fertigen Wandoberfläche. In Altbauten, in denen Leisten teils mehrere Zentimeter auftragen, summiert sich das über eine ganze Wohnung durchaus messbar auf.

Rechenweg

Wohnfläche berechnen: Formel und Rechenbeispiel

Die Formel hinter jeder Wohnflächenberechnung ist denkbar schlicht. Die Wohnfläche ist die Summe aller Teilflächen, jeweils multipliziert mit ihrem Anrechnungsfaktor:

FormelWohnfläche = Σ (Grundfläche der Teilfläche × Anrechnungsfaktor)

Die Grundfläche eines rechteckigen Raums ergibt sich aus Länge mal Breite. Verwinkelte Räume zerlegt man in Rechtecke und Dreiecke – die Dreiecksfläche berechnet sich aus Grundseite mal Höhe geteilt durch zwei. Runde und schräge Bauteile werden in kleine Abschnitte gegliedert und einzeln erfasst.

Wie stark sich Grundfläche und anrechenbare Wohnfläche unterscheiden können, zeigt eine typische Dachgeschosswohnung:

Teilfläche Grundfläche Faktor Anrechenbar
Wohnzimmer, ab 2,00 m 24,00 m² 100 % 24,00 m²
Wohnzimmer, 1,00–2,00 m 8,00 m² 50 % 4,00 m²
Wohnzimmer, unter 1,00 m 3,00 m² 0 % 0,00 m²
Schlafzimmer 16,50 m² 100 % 16,50 m²
Küche 9,20 m² 100 % 9,20 m²
Bad 6,40 m² 100 % 6,40 m²
Flur 5,10 m² 100 % 5,10 m²
Balkon 6,00 m² 25 % 1,50 m²
Wohnfläche gesamt 78,20 m² – 66,70 m²

Zwischen der aufgemessenen Grundfläche von 78,20 m² und der anrechenbaren Wohnfläche von 66,70 m² liegen 11,50 m². Genau diese Differenz ist der Grund, warum eine Wohnflächenberechnung ohne ausgewiesene Faktoren nicht überprüfbar ist – die Endsumme allein verrät nicht, ob korrekt gerechnet oder schlicht gerundet wurde.

💡 TippRunden Sie erst am Ende. Wer jede Teilfläche einzeln auf zwei Nachkommastellen rundet und die gerundeten Werte addiert, sammelt über zwanzig Positionen hinweg einen Rundungsfehler ein, der die Gesamtsumme sichtbar verschiebt.
Messpraxis

Vom Raum zur Zahl: wie die Fläche aufgenommen wird

Jede Wohnflächenberechnung ist nur so gut wie das Aufmaß, auf dem sie beruht. Die Rechenregeln der Wohnflächenverordnung sind eindeutig – die Maße, die man in sie einsetzt, sind es oft nicht. Drei Verfahren sind in der Praxis üblich, und sie unterscheiden sich weniger in der Einzelmessung als darin, was sie über den Raum als Ganzes aussagen.

Zollstock und Maßband

Funktioniert bei einem rechteckigen Zimmer mit glatten Wänden. Sobald Wände nicht im rechten Winkel stehen – in Stuttgarter Altbauten eher die Regel als die Ausnahme –, addieren sich Ablesefehler, durchhängende Bänder und Rundungen zu Abweichungen, die im Nachhinein niemand mehr auflösen kann.

Laserdistanzmesser

Deutlich schneller und pro Einzelmaß präziser. Der Schwachpunkt liegt woanders: Das Gerät misst Strecken, keine Geometrie. Ob die gegenüberliegende Wand tatsächlich parallel verläuft, ob der Raum in Wahrheit ein Trapez ist, ob eine Nische übersehen wurde – das steht auf keinem Display.

3D-Laserscanning

Beim 3D-Laserscanning wird der Raum als Ganzes erfasst – je nach Objekt entstehen 20 bis 50 Millionen Messpunkte. Aus dieser Punktwolke entsteht ein maßhaltiger Grundriss, aus dem sich jede Fläche ableiten und jederzeit nachprüfen lässt. Für eine professionelle Flächenberechnung ist das der belastbarste Ausgangspunkt, weil die Rohdaten die Berechnung dauerhaft belegen statt sie nur zu behaupten.

In der Projektpraxis läuft eine scanbasierte Flächenermittlung in vier Schritten ab:

01

Ortstermin
Erfassung der Wohnung oder des Gebäudes von mehreren Standpunkten aus. Ein Einfamilienhaus ist in 2 bis 4 Stunden erfasst, ein Mehrfamilienhaus in 6 bis 8 Stunden.

02

Registrierung
Die Einzelstandpunkte werden zu einer durchgehenden Punktwolke zusammengeführt. Sie ist innerhalb von 1 bis 2 Tagen nach der Erfassung verfügbar.

03

Bestandsgrundriss
Aus der Punktwolke entsteht der maßhaltige Grundriss mit allen Wandstärken, Nischen, Vormauerungen und Höhensprüngen – der gebaute Zustand, nicht der geplante.

04

Flächenermittlung
Räume werden Kategorien zugeordnet, Höhenzonen abgegrenzt und Faktoren angesetzt – raumweise und prüffähig dokumentiert.

💡 MerkeWir garantieren eine Endgenauigkeit von ±10 mm. Der Scanner selbst misst Einzelpunkte mit ±1–5 mm – das ist die Einzelpunkt-Distanzmessung des Geräts und nicht die Genauigkeit des fertigen Modells. Für die Wohnflächenberechnung zählt allein der erste Wert.

Was diese Reihenfolge leistet: Das Gebäudeaufmaß und die Flächenberechnung sind keine zwei getrennten Vorgänge, sondern eine durchgehende Kette. Ändert sich später eine Annahme – etwa der Anrechnungsfaktor für den Balkon –, muss niemand erneut anreisen; die Grundlage liegt bereits vor und lässt sich neu auswerten. Wie ein solcher Termin konkret abläuft, haben wir im Beitrag zum Ablauf einer 3D-Laservermessung beschrieben.

Fehlerquellen

Die häufigsten Fehler in der Wohnflächenberechnung

Flächenabweichungen sind in der Praxis eher die Regel als die Ausnahme. Fast immer lassen sie sich auf eine überschaubare Zahl wiederkehrender Ursachen zurückführen:

✓Zahl aus Altunterlagen übernommen. Angaben aus der Zeit vor 2004 folgen anderen Anrechnungsregeln und lassen sich nicht ungeprüft weiterverwenden.
✓Regelwerk nicht benannt. Ohne die Angabe „nach WoFlV“ oder „nach DIN 277“ ist die Zahl nicht einzuordnen.
✓Planmaß statt Bestandsmaß. Putzstärken, Ausführungstoleranzen und spätere Umbauten bleiben unberücksichtigt.
✓Höhenzonen geschätzt. Bei Dachschrägen wird die 1-Meter- und 2-Meter-Linie nicht gemessen, sondern grob abgegriffen.
✓Balkonfaktor ohne Begründung. Der Ansatz von 50 statt 25 Prozent wird gesetzt, aber nirgends hergeleitet.
✓Nicht rechtwinklige Räume vereinfacht. Der Trapezgrundriss eines Altbauzimmers wird als Rechteck gerechnet.
✓Nur eine Endsumme. Ohne raumweise Aufstellung ist die Wohnflächenberechnung für Dritte nicht nachrechenbar.

Der gemeinsame Nenner: Nicht die Rechenregel war das Problem, sondern die Datengrundlage. Wer den gebauten Zustand statt der Planung dokumentiert – etwa über eine systematische Bestandsaufnahme des Gebäudes –, eliminiert die meisten dieser Fehlerquellen, bevor überhaupt gerechnet wird.

🚩 WichtigWie eine festgestellte Flächenabweichung vertraglich zu bewerten ist, ist eine juristische Frage und gehört in fachkundige Hände. Wir liefern die messtechnische Grundlage und dokumentieren den Ist-Zustand nachvollziehbar – die rechtliche Einordnung nimmt Ihre anwaltliche oder sachverständige Beratung vor.
Dokumentation

Was eine prüffähige Berechnung enthalten muss

Damit eine Wohnflächenberechnung vor Bank, Käufer oder Sachverständigem Bestand hat, braucht sie eine feste Struktur. Diese acht Bestandteile gehören in jedes Dokument:

✓Objektbezeichnung mit Adresse, Wohnungsnummer und Geschoss
✓Angewandtes Regelwerk inklusive Fassung beziehungsweise Ausgabestand
✓Raumweise Aufstellung mit Bezeichnung, Grundfläche, Faktor und anrechenbarer Fläche
✓Getrennt ausgewiesene Höhenzonen bei allen Räumen mit Dachschräge
✓Begründung für jeden vom Regelfall abweichenden Anrechnungsfaktor
✓Zugehöriger Grundriss mit eingetragenen Maßen und Flächenkennzeichnung
✓Datum, Ersteller und die verwendete Aufmaßmethode
✓Summenzeile mit der Gesamtwohnfläche in Quadratmetern

Erst diese Struktur macht die Zahl überprüfbar. Eine Aufstellung, die nur aus einer Endsumme besteht, kann niemand nachrechnen – und wird von Kreditinstituten und Gutachtern regelmäßig zurückgewiesen. Wenn Sie eine solche Unterlage für ein konkretes Objekt benötigen, können Sie Ihr Projekt unverbindlich anfragen.

FAQ

Häufige Fragen zur Wohnflächenberechnung

Wohnfläche oder Nutzfläche – wo liegt der Unterschied?
Die Wohnfläche umfasst nur Räume, die dem Wohnen dienen, und rechnet sie mit Faktoren an. Die Nutzfläche nach DIN 277 erfasst dagegen alle nutzbaren Flächen eines Gebäudes ohne Bewertung des Wohnwerts – also auch Keller, Technikräume und Lagerflächen. Beide Werte beschreiben dasselbe Gebäude, beantworten aber verschiedene Fragen. Welche Größe Sie tatsächlich brauchen, klären wir vor jeder Flächenberechnung gemeinsam mit Ihnen.
Zählt der Keller zur Wohnfläche?
Keller- und Abstellräume außerhalb der Wohnung zählen nach der Wohnflächenverordnung nicht mit – unabhängig davon, wie hochwertig sie ausgebaut sind. Anders liegt der Fall bei einer Souterrainwohnung, die als Wohnraum genehmigt ist und zur Wohnung gehört: Dort greifen die normalen Höhenregeln. Ob ein Raum zur Wohnung gehört, lässt sich am zuverlässigsten anhand eines maßhaltigen Bestandsgrundrisses klären, wie er beim Aufmaß vor Ort entsteht.
Wie stark zählt ein Balkon zur Wohnfläche?
In der Regel zu einem Viertel. Ein Ansatz von bis zur Hälfte ist möglich, wenn die Fläche besonders hochwertig, geschützt oder ganzjährig gut nutzbar ist – das muss allerdings begründet und im Dokument ausgewiesen sein. Wir weisen den gewählten Faktor in jeder Aufstellung zur Flächenermittlung getrennt aus, damit die Zahl für Dritte nachvollziehbar bleibt.
Wer darf eine Wohnflächenberechnung erstellen?
Die Erstellung ist formal nicht an einen Berufsstand gebunden. Praktisch verlangen Banken, Käufer und Sachverständige jedoch eine nachvollziehbare Aufstellung mit dokumentiertem Aufmaß – weshalb in der Regel Vermessungsbüros, Architekten oder Sachverständige beauftragt werden. Unser interdisziplinäres Team aus Vermessungsingenieuren, Architekten und Software-Entwicklern erstellt diese Unterlagen seit der Gründung 2021 für Projekte in ganz Deutschland; Sie können jederzeit eine Erstberatung anfragen.
Wie genau muss beim Aufmaß gemessen werden?
Wohnflächen werden üblicherweise auf zwei Nachkommastellen in Quadratmetern ausgewiesen – dafür müssen die Einzelmaße im Millimeterbereich sitzen. Wir garantieren eine Endgenauigkeit von ±10 mm. Die Einzelpunkt-Distanzmessung des Scanners liegt bei ±1–5 mm, beschreibt aber die Gerätegenauigkeit und nicht die des fertigen Modells. Wie das im Projekt abläuft, zeigt unser Beitrag zur 3D-Laservermessung in Stuttgart.
Was verlangt die Bank für die Finanzierung?
Kreditinstitute erwarten für die Beleihungswertermittlung in der Regel eine raumweise Aufstellung mit Angabe des Regelwerks sowie einen zugehörigen Grundriss – eine bloße Quadratmeterzahl aus dem Exposé genügt meist nicht. Liegen keine verwertbaren Bestandsunterlagen vor, führen die Methoden der Bestandsaufnahme am schnellsten zu prüffähigen Zahlen.
Wohnflächenberechnung – Dachgeschossraum mit Dachschräge und Kniestock
Dachschrägen sind der häufigste Grund für Flächenabweichungen – hier entscheidet die lichte Höhe über 100, 50 oder 0 Prozent Anrechnung.
Fazit

Fazit

Eine Wohnflächenberechnung besteht aus zwei Gliedern: dem Regelwerk und dem Aufmaß. Das Regelwerk – im Wohnbereich fast immer die Wohnflächenverordnung – legt eindeutig fest, welche Fläche mit welchem Faktor angesetzt wird. Höhenstaffelung, Balkonanrechnung und Sonderfälle lassen sich sauber anwenden, sobald man sie kennt.

Das schwächere Glied ist fast immer das Aufmaß. Wo Maße aus alten Plänen übernommen, Höhenzonen abgeschätzt oder verwinkelte Altbauräume zu Rechtecken vereinfacht werden, entsteht eine Zahl, die niemand nachrechnen kann – und die genau dann auseinanderfällt, wenn sie belastbar sein müsste.

Wer eine Wohnflächenberechnung braucht, die vor Bank, Käufer oder Sachverständigem Bestand hat, klärt deshalb zuerst die Grundlage: einen maßhaltigen Bestandsgrundriss, aus dem sich jede Fläche ableiten lässt, und eine raumweise Aufstellung, die jeden Faktor offenlegt. Beides zusammen macht aus einer Quadratmeterzahl eine belastbare Angabe. In unseren Projekten in Stuttgart und deutschlandweit ist eine dokumentierte Flächenberechnung nach WoFlV genau der Punkt, an dem die meisten Diskussionen enden, bevor sie überhaupt anfangen.

Wohnfläche belastbar ermitteln lassen?

Wir erfassen Ihr Objekt per 3D-Laserscan mit einer garantierten Endgenauigkeit von ±10 mm und liefern eine raumweise, prüffähige Aufstellung samt maßhaltigem Grundriss. Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden bei Ihnen zurück.

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Lars Beckmann

Lars Beckmann
Geschäftsführer · parallelum GmbH

Gegründet 2021 in Stuttgart. Spezialisiert auf 3D-Laserscanning, Scan-to-BIM und präzise Bestandsdokumentation für Architekten, Facility Manager und Projektentwickler in ganz Deutschland.