Bruttogrundflaeche berechnen - freie Betonrohdecke eines Geschosses bis zur Aussenwand

Bruttogrundfläche (BGF) berechnen: Definition & Abgrenzung

Die Bruttogrundfläche ist die zentrale Bezugsgröße im Hochbau – und gleichzeitig die Größe, die im Bestand am häufigsten falsch ermittelt wird. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie die Bruttogrundfläche nach DIN 277 definiert ist, wie Sie sie Schritt für Schritt berechnen, wie sie sich von Nettogrundfläche, Wohnfläche und Geschossfläche abgrenzt – und woher die Außenmaße kommen, wenn keine verlässlichen Bestandspläne vorliegen.

Kurzantwort

Die Bruttogrundfläche (BGF) ist die Summe der Grundflächen aller Grundrissebenen eines Gebäudes, gemessen nach den äußeren Maßen der Bauteile einschließlich Bekleidung. Sie besteht aus Konstruktionsgrundfläche und Netto-Raumfläche: BGF = KGF + NRF. Geregelt ist die Ermittlung in der DIN 277:2021-08.

Inhaltsverzeichnis
Definition

Was ist die Bruttogrundfläche (BGF)?

Die Bruttogrundfläche ist die Summe der Grundflächen aller Grundrissebenen eines Bauwerks. Anders als bei der Wohnfläche wird hier nichts abgezogen: Außenwände, Innenwände, Stützen, Schächte und Treppenaugen zählen vollständig mit. Gemessen wird geschossweise nach den äußeren Maßen der Bauteile in Höhe der Fußbodenoberkante – einschließlich Bekleidung, also inklusive Putz und Verkleidung.

Genau dieser Punkt macht die BGF für die Planung so nützlich und für das Aufmaß so anspruchsvoll. Nützlich, weil sie das Gebäude als Ganzes beschreibt und damit vergleichbar macht, lange bevor ein einzelner Raum feststeht. Anspruchsvoll, weil die Außenmaße im fertigen Gebäude nirgends direkt ablesbar sind – Sie messen von innen und müssen die Konstruktion dazurechnen.

Erfasst werden alle Grundrissebenen: Untergeschosse, Erdgeschoss, Obergeschosse, ausgebaute und nicht ausgebaute Dachgeschosse, Zwischengeschosse und Galerien. Auch Bereiche ohne Aufenthaltsqualität – Kellerräume, Technikzentralen, Spitzböden – gehören dazu. Die BGF eines Gebäudes ist deshalb regelmäßig deutlich größer als seine Wohnfläche.

💡 MerkeDie Bruttogrundfläche beschreibt, wie viel Gebäude gebaut wurde – nicht, wie viel Fläche nutzbar ist. Wer BGF und nutzbare Fläche verwechselt, verschätzt sich je nach Konstruktionsart und Gebäudetyp erheblich.
Bruttogrundfläche berechnen – Geschossgrundriss als Punktwolken-Schnitt mit hervorgehobener Außenkontur
Im Geschossgrundriss aus dem Scan erkennen Sie die Außenkontur, die Ihre Bruttogrundfläche begrenzt.
Formel

Die Formel: BGF = KGF + NRF

Die DIN 277 zerlegt die Bruttogrundfläche in genau zwei Bestandteile. Alles, was von aufgehenden Bauteilen belegt ist, bildet die Konstruktionsgrundfläche (KGF). Alles, was zwischen diesen Bauteilen als Raum übrig bleibt, bildet die Netto-Raumfläche (NRF). Zusammen ergeben beide die BGF:

GrundgleichungBruttogrundfläche (BGF) = Konstruktionsgrundfläche (KGF) + Netto-Raumfläche (NRF)
Netto-Raumfläche (NRF) = Nutzungsfläche (NUF) + Technikfläche (TF) + Verkehrsfläche (VF)

Zur Konstruktionsgrundfläche gehören die Grundflächen aller aufgehenden Bauteile: Außenwände, tragende und nichttragende Innenwände, Stützen, Pfeiler sowie Installationsschächte einschließlich der umschlossenen Hohlräume. Auch Wandnischen und Schornsteinzüge rechnen dazu, wenn sie nicht raumhoch begehbar sind.

Der Anteil der Konstruktionsgrundfläche an der BGF ist ein aussagekräftiger Kennwert für sich: Ein Gründerzeit-Mehrfamilienhaus mit 50 Zentimeter starkem Vollziegelmauerwerk bindet spürbar mehr Fläche in der Konstruktion als ein Skelettbau mit Leichtbauwänden. In unseren Stuttgarter Bestandsprojekten ist genau diese Differenz oft der Grund, warum eine überschlägig geschätzte und eine gemessene Fläche auseinanderlaufen.

Systematik

Das Flächensystem der DIN 277 im Überblick

Die Norm baut ein hierarchisches System auf. Ganz oben steht die BGF, darunter verzweigen sich die Teilflächen. Wer die Hierarchie einmal verstanden hat, ordnet jede Fläche im Gebäude sicher zu:

Kürzel Bezeichnung Was dazugehört
BGF Brutto-Grundfläche Alle Grundrissebenen nach Außenmaßen
KGF Konstruktions-Grundfläche Wände, Stützen, Schächte, Pfeiler
NRF Netto-Raumfläche Summe aus NUF, TF und VF
NUF Nutzungsfläche Flächen für den Gebäudezweck, z. B. Wohnen, Büro, Lager
TF Technikfläche Heizzentrale, Lüftung, Elektro-, Aufzugsmaschinenräume
VF Verkehrsfläche Flure, Treppenräume, Aufzugsschächte, Eingangsbereiche

Die Aufteilung ist mehr als Buchhaltung. Das Verhältnis von Nutzungsfläche zur BGF – die sogenannte Flächeneffizienz – entscheidet darüber, wie wirtschaftlich ein Gebäude ist. Zwei Entwürfe mit identischer BGF können sich in der nutzbaren Fläche deutlich unterscheiden, je nachdem wie sparsam Erschließung und Konstruktion gelöst sind.

Abgrenzung

Nettogrundfläche, Netto-Raumfläche und Nutzungsfläche

Kaum ein Begriffspaar sorgt für so viel Verwirrung wie BGF und Nettogrundfläche. Der Grund ist historisch: Bis zur Fassung DIN 277-1:2016-01 hieß die Fläche zwischen den Bauteilen offiziell Netto-Grundfläche (NGF), gegliedert in Nutzfläche, technische Funktionsfläche und Verkehrsfläche. Seit der Überarbeitung heißt dieselbe Größe Netto-Raumfläche (NRF) und gliedert sich in Nutzungsfläche, Technikfläche und Verkehrsfläche.

In der Praxis begegnen Ihnen beide Begriffe weiterhin nebeneinander – in Altverträgen, Gutachten und Bestandsunterlagen steht oft noch NGF, in aktuellen Planungsunterlagen NRF. Inhaltlich meinen beide dasselbe: die Bruttogrundfläche abzüglich der Konstruktionsgrundfläche. Wichtig ist nur, dass Sie in einem Projekt nicht Zahlen aus zwei Normfassungen mischen.

ℹ️ InfoPrüfen Sie bei jeder übernommenen Flächenangabe, nach welcher Normfassung sie ermittelt wurde. Ein Datum wie „DIN 277:2021-08″ oder „DIN 277-1:2005-02″ auf dem Plankopf ist keine Formalie, sondern entscheidet über die Vergleichbarkeit der Zahl.

Die dritte Größe, die regelmäßig mit der Nettogrundfläche verwechselt wird, ist die Nutzungsfläche. Sie ist nur ein Teil der Netto-Raumfläche – nämlich der Teil, der dem eigentlichen Zweck des Gebäudes dient. Flure, Treppenhäuser und Heizungsräume gehören zur Netto-Raumfläche, aber nicht zur Nutzungsfläche. Wer diese beiden Ebenen gleichsetzt, rechnet ein Gebäude systematisch zu groß.

Normhistorie

Die Bereiche a, b und c – und was heute gilt

Ältere Fassungen der DIN 277 unterteilten die BGF in drei Bereiche, die den Grad der Umschließung beschrieben. Diese Systematik ist aus der aktuellen Norm verschwunden, taucht in der Bewertungspraxis aber weiterhin auf – deshalb sollten Sie sie kennen:

Bereich AÜberdeckt und umschlossenAllseitig in voller Höhe umschlossene Räume – der klassische Innenraum.
Bereich BÜberdeckt, nicht umschlossenLoggien, überdachte Durchfahrten, offene Laubengänge, Carports.
Bereich CNicht überdecktDachterrassen, offene Balkone, nicht überdachte Außentreppen.

Die neueren Normfassungen haben diese Dreiteilung aufgegeben, weil sie in der Anwendung schwerfällig war. Die aktuelle DIN 277:2021-08 führt die früheren Teile der Norm zusammen und unterscheidet nur noch zwischen raumumschließenden Flächen und Sonderflächen – also zwischen dem Regelfall des geschlossenen Raums und allem, was nicht allseitig umschlossen oder nicht überdeckt ist.

Praktisch bedeutsam bleibt die alte Einteilung trotzdem: Verfahren der Immobilienbewertung, insbesondere das Sachwertverfahren nach ImmoWertV, greifen bis heute auf die überkommene Bereichslogik zurück. Wenn Sie eine Bruttogrundfläche für ein Gutachten liefern, klären Sie deshalb vorab, welche Systematik der Empfänger erwartet. Eine Zahl ohne Angabe der Bezugsgrundlage ist im Zweifel wertlos.

🚩 WichtigGeben Sie eine Bruttogrundfläche nie als nackte Zahl weiter. Nennen Sie immer die Normfassung, das Bezugsdatum und ob Sonderflächen enthalten sind – sonst ist die Angabe nicht nachvollziehbar und im Streitfall nicht belastbar.
Anleitung

Bruttogrundfläche berechnen: Schritt für Schritt

Die BGF berechnen Sie geschossweise und addieren anschließend. Der Ablauf ist bei jedem Gebäude gleich – ob Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus oder Gewerbeobjekt:

01

Grundrissebenen festlegen
Listen Sie jede Ebene einzeln auf: Keller, Erdgeschoss, Obergeschosse, Zwischengeschosse, Dachgeschoss, Spitzboden. Jede Ebene wird separat gerechnet.

02

Außenmaße je Geschoss ermitteln
Gemessen wird in Höhe der Fußbodenoberkante, außen an der fertigen Bauteiloberfläche einschließlich Putz. Rücksprünge, Erker und auskragende Bauteile werden einzeln erfasst.

03

Flächen je Geschoss berechnen
Zerlegen Sie unregelmäßige Grundrisse in Rechtecke und Dreiecke. Nicht überdeckte und nicht umschlossene Bereiche halten Sie getrennt fest, damit sie später separat ausweisbar sind.

04

Summieren und dokumentieren
Addieren Sie die Geschossflächen zur Bruttogrundfläche und dokumentieren Sie jede Teilfläche nachvollziehbar – mit Skizze, Maßkette und Normbezug.

Rechenbeispiel: Mehrfamilienhaus mit vier Ebenen

Ein Wohngebäude misst im Erdgeschoss außen 20,24 m × 12,24 m. Die Obergeschosse sind identisch, das Untergeschoss ist gleich groß, das Dachgeschoss durch einen Rücksprung kleiner:

Ebene Außenmaße Grundfläche
Untergeschoss 20,24 m × 12,24 m 247,74 m²
Erdgeschoss 20,24 m × 12,24 m 247,74 m²
1. Obergeschoss 20,24 m × 12,24 m 247,74 m²
Dachgeschoss 20,24 m × 9,00 m 182,16 m²
Bruttogrundfläche Summe aller Ebenen 925,38 m²

Die Rechnung selbst ist trivial. Der ganze Aufwand einer belastbaren Flächenberechnung nach DIN 277 steckt in Schritt 02 – im Ermitteln der Außenmaße. Genau dort entstehen im Bestand die Fehler, die später niemand mehr findet.

Vergleich

BGF, Wohnfläche, Nutzfläche und Geschossfläche

Vier Flächenbegriffe, vier Regelwerke, vier Zwecke – und vier verschiedene Zahlen für dasselbe Gebäude. Das ist kein Fehler im System, sondern Absicht: Jede Größe beantwortet eine andere Frage.

Fläche Regelwerk Beantwortet die Frage
Bruttogrundfläche DIN 277 Wie viel Gebäude steht hier insgesamt?
Nutzungsfläche DIN 277 Wie viel Fläche dient dem Gebäudezweck?
Wohnfläche WoFlV Wie viel Fläche wird bewohnt und abgerechnet?
Geschossfläche BauNVO Wie viel darf auf diesem Grundstück gebaut werden?

Der wichtigste Unterschied im Alltag ist der zwischen BGF und Wohnfläche. Die BGF zählt Konstruktion, Keller, Technik und Erschließung vollständig mit. Die Wohnfläche nach Wohnflächenverordnung dagegen erfasst nur die Räume der Wohnung, rechnet Balkone und Terrassen anteilig an und berücksichtigt Dachschrägen über die Raumhöhe. Wie das im Detail funktioniert, haben wir in unserem Beitrag zur Wohnflächenberechnung nach der Wohnflächenverordnung ausführlich beschrieben.

Ebenfalls häufig verwechselt: BGF und Bruttogeschossfläche. Die Geschossfläche nach § 20 BauNVO ist ein bauplanungsrechtlicher Begriff und regelt über die Geschossflächenzahl (GFZ), wie viel gebaut werden darf. Sie folgt eigenen Abgrenzungen und ist mit der BGF nach DIN 277 nicht deckungsgleich – auch wenn beide gern mit „BGF“ abgekürzt werden.

Anwendung

Wofür Sie die Bruttogrundfläche brauchen

Die Bruttogrundfläche ist die Währung, in der im Hochbau gerechnet wird. Sie taucht in fast jedem Dokument auf, das ein Gebäude wirtschaftlich beschreibt:

KostenermittlungKennwerte nach DIN 276Baukosten werden als Euro je Quadratmeter BGF gebildet. Ohne belastbare BGF ist jede Kostenschätzung eine Schätzung auf Sand.
BewertungSachwertverfahrenDer Gebäudesachwert ergibt sich aus Normalherstellungskosten je Quadratmeter BGF – dieser Wert geht direkt als Faktor in den Wert ein.
GenehmigungBauantrag und GebührenBauvorlagen, Gebührenbescheide und Nachweise beziehen sich regelmäßig auf Flächen- und Rauminhaltsangaben nach DIN 277.
BetriebFacility ManagementReinigungs-, Wartungs- und Energiekennwerte werden auf Flächenbezugsgrößen umgelegt und über den Bestand hinweg verglichen.

Weil die BGF als Multiplikator wirkt, vervielfacht sich jeder Messfehler. Eine um drei Prozent zu klein angesetzte Fläche verschiebt eine Kostenkennwert-Rechnung und einen Sachwert um denselben Prozentsatz – bei größeren Objekten sind das schnell fünfstellige Beträge. Wenn Sie eine belastbare Zahl brauchen, können Sie Ihr Projekt anfragen und die Flächen normgerecht ermitteln lassen.

Messpraxis

Der kritische Punkt im Bestand: die Außenmaße

Im Neubau ist die BGF unkritisch: Sie steht im Entwurf, die Maße kommen aus dem Modell. Im Bestand kehrt sich die Lage um. Dort existieren entweder keine Pläne, oder es existieren Pläne, die den Planungsstand zeigen – nicht das, was tatsächlich gebaut wurde. Nachträgliche Innendämmung, aufgedoppelte Vorsatzschalen, zugesetzte Öffnungen und Umbauten aus vier Jahrzehnten stehen in keinem Archivplan.

Hinzu kommt das Grundproblem der Messgeometrie: Sie messen im fertigen Gebäude von innen, die BGF verlangt aber Außenmaße. Zwischen beidem liegt die Konstruktion – und deren Stärke ist genau dort unbekannt, wo sie am meisten ausmacht. Eine seriöse professionelle Flächenberechnung beginnt deshalb immer mit einem vollständigen Aufmaß im Bestand, nicht mit dem Taschenrechner.

Die vier häufigsten Fehlerquellen beim Handaufmaß

✓Geschätzte Wandstärken. Die Innenmaße stimmen, die angenommene Konstruktionsstärke nicht – der Fehler wandert vollständig in die BGF.
✓Angenommene Rechtwinkligkeit. Altbauten sind selten rechtwinklig. Wer Länge mal Breite rechnet, ohne die Diagonalen zu prüfen, rechnet an der Realität vorbei.
✓Nicht zugängliche Bereiche. Verschlossene Kellerabteile, Spitzböden und Schächte werden geschätzt statt gemessen – und die Schätzung wandert unmarkiert in die Summe.
✓Aufsummierte Einzelmaße. Wer eine lange Fassade in Teilstrecken misst, addiert bei jeder Ansetzung einen kleinen Fehler mit – über ein ganzes Geschoss summiert sich das.

Was eine falsch geschätzte Wandstärke kostet

Zurück zum Rechenbeispiel von oben. Die Innenmaße des Gebäudes betragen 19,40 m × 11,40 m. Setzen Sie die Außenwand mit 30 cm an, kommen Sie auf 20,00 m × 12,00 m und damit auf 240,00 m² je Geschoss. Tatsächlich ist die Wand aber 42 cm stark – Vollziegel plus Innen- und Außenputz. Die echten Außenmaße lauten 20,24 m × 12,24 m, die Grundfläche 247,74 m².

Der Unterschied beträgt 7,74 m² je Ebene. Bei vier Ebenen fehlen 30,18 m² BGF – rund 3,3 Prozent des Gebäudes. Diese Differenz entsteht nicht durch Nachlässigkeit, sondern durch eine einzige plausible Annahme über zwölf Zentimeter Wandaufbau. Sie taucht danach in jeder Kostenkennzahl, jedem Gutachten und jedem Vergleichswert wieder auf. Wie eine belastbare Bestandsaufnahme eines Gebäudes methodisch abläuft, zeigen wir in einem eigenen Beitrag.

Verfahren

Bruttogrundfläche aus dem 3D-Laserscan

Der Ausweg aus dem Wandstärken-Problem ist methodisch einfach: Man misst das Gebäude nicht in Teilstrecken, sondern erfasst es als Ganzes. Beim terrestrischen Laserscanning entsteht aus mehreren Standpunkten eine zusammenhängende Punktwolke aus 20 bis 50 Millionen Messpunkten – innen wie außen, in einem gemeinsamen Koordinatensystem.

±20 mm
Modellgenauigkeit
20–50 Mio.
Messpunkte
2–4 h
Erfassung EFH
5–7
Werktage Basis-Aufmaß

Weil Innen- und Außenhülle in derselben Aufnahme liegen, muss keine Wandstärke mehr geschätzt werden – sie ist gemessen. Die BGF wird anschließend als horizontaler Schnitt durch die Punktwolke je Geschossebene abgeleitet und nicht aus Einzelmaßen zusammengerechnet. Die Modellgenauigkeit liegt dabei bei ±20 mm, auf Wunsch bei ±10 mm. Der Scanner selbst misst Einzelpunkte mit ±1–5 mm – diese Einzelpunkt-Distanzmessung des Geräts ist jedoch nicht mit der Genauigkeit des fertigen Modells zu verwechseln.

Der zweite Vorteil ist die Nachprüfbarkeit. Eine Maßkette auf einer Handskizze lässt sich nicht mehr kontrollieren, wenn das Gerüst abgebaut ist. Eine Punktwolke schon: Jede Fläche ist rückverfolgbar, jeder Zweifelsfall im Datensatz nachmessbar – auch Monate später und ohne erneute Anfahrt. In der Mengenermittlung erreichen wir damit Zeitersparnisse von 60 bis 80 Prozent gegenüber dem konventionellen Vorgehen.

Praktisch heißt das: Für ein Einfamilienhaus dauert die Erfassung vor Ort 2 bis 4 Stunden, für ein Mehrfamilienhaus 6 bis 8 Stunden, für ein Gewerbeobjekt mit rund 2.000 m² ein bis zwei Arbeitstage. Die Punktwolke steht innerhalb von ein bis zwei Tagen zur Verfügung. Ein Basis-Aufmaß bis 400 m² BGF liegt preislich zwischen 800 und 1.500 Euro, ein Planungs-Aufmaß für ein Mehrfamilienhaus bis 500 m² zwischen 2.500 und 5.000 Euro. Details zum Ablauf finden Sie auf unseren Seiten zur Flächenberechnung und zur 3D-Laservermessung.

💡 TippLassen Sie sich die BGF nie als reine Zahl liefern, sondern immer mit dem zugrunde liegenden Geschossplan und der Angabe der Normfassung. Nur so ist die Zahl später gegenüber Gutachtern, Behörden und Investoren nachvollziehbar.
FAQ

Häufige Fragen zur Bruttogrundfläche

Was ist der Unterschied zwischen Bruttogrundfläche und Nettogrundfläche?
Die BGF umfasst alle Grundflächen einschließlich der Konstruktion, die Nettogrundfläche – heute Netto-Raumfläche genannt – nur die Flächen zwischen den Bauteilen. Die Differenz ist die Konstruktionsgrundfläche. Wenn Sie beide Größen normkonform ausgewiesen brauchen, können Sie die Flächen nach DIN 277 ermitteln lassen.
Zählt der Keller zur Bruttogrundfläche?
Ja. Die BGF erfasst alle Grundrissebenen, also auch Untergeschosse, Technikräume und nicht ausgebaute Dachgeschosse. Das unterscheidet sie grundlegend von der Wohnfläche. Weil Kellergeschosse oft schlecht dokumentiert und teilweise unzugänglich sind, gehören sie in ein gebäudeweites Aufmaß zwingend mit hinein.
Ist die Bruttogrundfläche dasselbe wie die Bruttogeschossfläche?
Nein. Die BGF ist ein Begriff der DIN 277 und dient der technischen und wirtschaftlichen Beschreibung des Gebäudes. Die Geschossfläche nach BauNVO regelt über die Geschossflächenzahl das zulässige Maß der baulichen Nutzung. Beide Werte sind unterschiedlich abgegrenzt – ein Punkt, den wir in der Zusammenarbeit als Vermessungsbüro für Architekten regelmäßig klären.
Wie genau muss eine Bruttogrundfläche ermittelt werden?
Das hängt vom Zweck ab. Für eine erste Machbarkeitsbetrachtung genügt eine überschlägige Ermittlung, für Kostenkennwerte, Gutachten und Ausführungsplanung nicht. Wir arbeiten mit einer Modellgenauigkeit von ±20 mm, auf Wunsch ±10 mm – wie das messtechnisch erreicht wird, beschreibt unser Beitrag zu Ablauf und Genauigkeit der 3D-Laservermessung.
Wer erstellt eine Berechnung der Bruttogrundfläche?
In der Planung übernimmt das üblicherweise das Architekturbüro, im Bestand ein Vermessungsbüro, das die Flächen aus einem eigenen Aufmaß ableitet. Der Unterschied liegt in der Datengrundlage: gerechnet aus dem Entwurf oder gemessen am Gebäude. Für ein Bestandsobjekt können Sie Ihr Vorhaben jederzeit unverbindlich anfragen.
Wie ermittelt man die Bruttogrundfläche ohne Bestandspläne?
Über ein messtechnisches Aufmaß des Gebäudes. Aus der Punktwolke entstehen zunächst maßhaltige Geschossgrundrisse, aus diesen anschließend die Flächenauswertung. Auf demselben Datensatz lässt sich bei Bedarf direkt ein Gebäudemodell aufbauen – der Weg, den wir als Scan-to-BIM anbieten.
Bruttogrundfläche berechnen – Laserscanner auf Stativ an der Außenwand eines leeren Geschosses
Im leeren Geschoss erfasst der Laserscanner die Außenwände so, wie sie tatsächlich stehen.
Fazit

Fazit

Die Bruttogrundfläche nach DIN 277 ist schnell definiert und schwer zu messen. Die Formel BGF = KGF + NRF bereitet niemandem Kopfzerbrechen; die Außenmaße eines Bestandsgebäudes dagegen sehr wohl. Wie das Rechenbeispiel zeigt, genügt eine plausible Annahme über zwölf Zentimeter Wandaufbau, um die Bruttogrundfläche eines viergeschossigen Hauses um rund drei Prozent zu verfehlen – mit Folgen für jede Kostenkennzahl und jede Bewertung, die darauf aufbaut.

Wer eine belastbare Zahl braucht, sollte sie deshalb nicht schätzen, sondern messen lassen – gemeinsam mit der Dokumentation, aus der sie stammt. Genau das leisten wir seit 2021 von Stuttgart aus mit einem interdisziplinären Team aus Vermessungsingenieuren, Architekten und Software-Entwicklern, für Projekte in ganz Deutschland.

Bruttogrundfläche belastbar ermitteln lassen?

Wir erfassen Ihr Gebäude per 3D-Laserscan und leiten daraus normgerechte Flächen nach DIN 277 ab – nachvollziehbar dokumentiert, mit garantierter Endgenauigkeit von ±10 mm.

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Lars Beckmann

Lars Beckmann
Geschäftsführer · parallelum GmbH

Gegründet 2021 in Stuttgart. Spezialisiert auf 3D-Laserscanning, Scan-to-BIM und präzise Bestandsdokumentation für Architekten, Facility Manager und Projektentwickler in ganz Deutschland.