As built heißt „wie gebaut“. Eine As-built-Dokumentation zeigt ein Gebäude so, wie es tatsächlich dasteht – mit allen Umbauten, versetzten Wänden und neu verlegten Leitungen, die in keinem Genehmigungsplan stehen. Für Umbau, Sanierung und Betrieb ist sie die einzige Planungsgrundlage, auf die Sie sich verlassen können.
As built bezeichnet den tatsächlich ausgeführten Zustand eines Bauwerks. Die Dokumentation umfasst Grundrisse, Schnitte, Ansichten, Haustechnik und oft ein 3D- oder BIM-Modell. Erstellt wird sie heute meist per 3D-Laserscan: Die Punktwolke erfasst den Ist-Zustand vollständig, daraus entstehen Pläne mit ±20 mm Modellgenauigkeit, auf Wunsch ±10 mm.
Inhaltsverzeichnis
Was bedeutet „as built“ im Bauwesen?
Der Begriff kommt aus dem Englischen: as built bedeutet wörtlich „wie gebaut“. Im Bauwesen meint er die Dokumentation des Zustands, der nach Abschluss der Bauarbeiten tatsächlich vorhanden ist – nicht den Zustand, der einmal geplant war. Im deutschen Sprachgebrauch finden Sie dafür auch die Begriffe Bestandsdokumentation, Revisionsplanung oder Revisionsunterlagen.
Eine solche Dokumentation kann aus klassischen 2D-Plänen bestehen, aus einem 3D-Modell oder aus einem BIM-Modell mit Bauteilinformationen. Entscheidend ist nicht das Format, sondern der Inhalt: Jede Wand, jede Öffnung und jede relevante Leitung muss dort liegen, wo sie in der Realität liegt. Ein Plan, der den Sollzustand zeigt, ist kein As-built-Plan – auch wenn er „Bestand“ im Titel trägt.
Das Thema betrifft nicht nur Neubauten. Gerade im Bestand ist die Frage „Wie ist es wirklich gebaut?“ zentral: Über Jahrzehnte summieren sich Umbauten, Nutzungsänderungen und Reparaturen, die selten sauber nachgetragen wurden. Für Architekten, Fachplaner, Facility Manager und Eigentümer ist diese Dokumentation deshalb der Startpunkt jeder seriösen Planung.

As built, as planned, Bestandsplan: die Abgrenzung
Rund um as built kursieren mehrere Begriffe, die oft vermischt werden. Die Unterscheidung ist wichtig, weil jeder Begriff eine andere Aussage über die Verlässlichkeit eines Plans trifft.
In der Praxis verschwimmen „as built“ und „as is“: Ein Revisionsplan von 1995 war damals as built, ist heute aber womöglich überholt. Wenn wir in diesem Artikel von as built sprechen, meinen wir deshalb immer den gemessenen Ist-Zustand zum Zeitpunkt der Aufnahme.
Was gehört in die Dokumentation?
Welche Unterlagen die Dokumentation enthält, hängt vom Zweck ab. Für einen Umbau im Wohnungsbau genügen oft Grundrisse und Schnitte, für eine Produktionshalle mit neuer Anlagentechnik brauchen Sie zusätzlich die Lage von Trassen, Stützen und Kranbahnen. Die folgenden Bausteine sehen wir in unseren Projekten am häufigsten:
Wichtig ist eine klare Festlegung vorab: Welche Bauteile werden modelliert, welche nur in der Punktwolke vorgehalten? Verdeckte Leitungen in Wänden oder unter Estrich kann keine optische Messmethode erfassen. Eine gute Bestandsdokumentation benennt solche Grenzen offen, statt sie stillschweigend zu übergehen.
Warum Pläne und gebauter Zustand auseinanderlaufen
Dass gebauter Zustand und Plan auseinanderlaufen, ist kein Ausnahmefall, sondern die Regel. In unseren Stuttgarter Projekten sehen wir immer wieder dieselben Ursachen:
Die Folgen zeigen sich erst später – und dann teuer: Eine neue Lüftung passt nicht unter den Unterzug, vorgefertigte Bauteile treffen die Anschlüsse nicht, eine Maschine kommt nicht durch das Tor, für das sie geplant war. Wer auf einen veralteten Plan setzt, verlagert das Risiko von der Planung auf die Baustelle.
Methoden der Aufnahme im Vergleich
Für die Erfassung des tatsächlichen Zustands stehen drei Verfahren und ihre Kombination zur Wahl. Sie unterscheiden sich deutlich in Aufwand, Vollständigkeit und Ergebnis.
Für eine belastbare Erfassung hat sich die 3D-Laservermessung durchgesetzt. Der Scanner sendet Millionen Laserpulse pro Sekunde aus und erfasst so Wände, Decken, Stützen und Installationen in einem Durchgang. Mit Tachymeter-Kontrollpunkten lässt sich die Lage der Punktwolke zusätzlich prüfen und in ein übergeordnetes Koordinatensystem einhängen.
Ablauf in sechs Schritten
Eine Dokumentation per Laserscan folgt bei uns einem festen Ablauf. Je klarer die ersten beiden Schritte sind, desto weniger Nacharbeit entsteht am Ende.
Anfrage und ZieldefinitionSie beschreiben Objekt, Zweck und gewünschte Ergebnisse. Wir klären, welche Pläne, welches Modell und welcher Detaillierungsgrad wirklich gebraucht werden.
Angebot und LeistungsumfangFestgelegt werden Aufnahmebereiche, Modellinhalte, Genauigkeitsklasse, Datenformate und Liefertermine.
Erfassung vor OrtScan des Gebäudes, ergänzt um Kontrollpunkte mit Tachymeter oder GPS. Ein Einfamilienhaus dauert 2–4 Stunden, ein Mehrfamilienhaus 6–8 Stunden, Gewerbe mit 2.000 m² 1–2 Arbeitstage.
Registrierung und PrüfungDie Einzelscans werden zu einer Punktwolke zusammengeführt, bereinigt und gegen die Kontrollpunkte geprüft. Die Punktwolke steht innerhalb von 1–2 Tagen nach der Erfassung bereit.
AusarbeitungAus der Punktwolke entstehen Grundrisse, Schnitte, Ansichten und auf Wunsch ein 3D- oder BIM-Modell. Zwischenstände stimmen wir mit Ihnen ab.
Qualitätsprüfung und ÜbergabeAbschließende Kontrolle des Modells gegen die Punktwolke und die Kontrollpunkte, Übergabe in den vereinbarten Formaten inklusive Punktwolke.
Für Architekten hat dieser Ablauf einen praktischen Vorteil: Viele Rückfragen, die sonst einen weiteren Ortstermin erfordern würden, beantworten Sie direkt in der Punktwolke oder in den Panoramabildern. Sie messen nach, statt erneut hinzufahren.
Von der Punktwolke zum As-built-Modell
Die Punktwolke ist das Rohmaterial, noch nicht das Ergebnis. Sie enthält 20–50 Millionen Messpunkte je Objekt und bildet jede sichtbare Oberfläche ab – aber sie ist kein Plan. Wenn Sie mehr darüber wissen möchten, lesen Sie unseren Beitrag dazu, was eine Punktwolke ist und wie sie entsteht.
Aus der Punktwolke modellieren wir das eigentliche Modell. Bei Scan-to-BIM für Bestandsgebäude entstehen Wände, Decken, Stützen, Öffnungen und auf Wunsch technische Anlagen als Bauteile mit Eigenschaften. Den Detaillierungsgrad legen Sie über die LOD-Stufe fest:
Wichtig ist die Wahl des richtigen Formats. Für die Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachplanern eignet sich ein offenes Austauschformat, für die eigene Planung meist das native Format Ihrer CAD- oder BIM-Software. Wie ein As-built-Modell per Scan-to-BIM aufgebaut wird und welche Formate wir liefern, klären wir im Vorgespräch.
Video zum Thema
Im Video sehen Sie, warum veraltete Pläne bei Umbauten in Produktionshallen zum Risiko werden und wie aus der Punktwolke ein 3D-Modell des tatsächlichen Zustands entsteht, das sich später zum digitalen Zwilling fortschreiben lässt.
Genauigkeit: was „wie gebaut“ in Millimetern bedeutet
Bei der Bestandsdokumentation geht es um Abweichungen – also muss klar sein, wie genau die Dokumentation selbst ist. Hier werden in Angeboten oft zwei Werte verwechselt: die Genauigkeit des Messgeräts und die Genauigkeit des fertigen Modells.
Der Scanner misst Einzelpunkte mit ±1–5 mm. Das ist ein Gerätewert der Einzelpunkt-Distanzmessung, nicht Modellgenauigkeit. Zwischen Einzelpunkt und fertigem Plan liegen Registrierung, Bereinigung und Modellierung – jeder Schritt bringt eigene Toleranzen mit. Für die Planung zählt deshalb allein die Modellgenauigkeit.
Für die meisten Umbau- und Sanierungsplanungen reichen ±20 mm vollständig aus. Höhere Anforderungen haben Sie etwa bei vorgefertigten Fassadenelementen, Anlagentechnik oder Anschlüssen an bestehende Tragwerke. Dann vereinbaren wir auf Wunsch ±10 mm und setzen Tachymeter-Kontrollpunkte, mit denen sich die Lage zur Realität auf ≤ 10 mm prüfen lässt.
Kosten und Zeitrahmen
Die Kosten hängen von Fläche, Komplexität, Detaillierungsgrad und gewünschten Ergebnissen ab. Als Orientierung dienen unsere Pakete:
Planungsgrundlagen aus dem Laserscanning liefern wir in der Regel innerhalb von 10–15 Werktagen. Für Umbau- und Sanierungsprojekte zeigt sich die Wirtschaftlichkeit vor allem in der Planung: Gegenüber konventionellen Verfahren liegt die Zeitersparnis bei Sanierung und Umbau bei 60 %, bei der Mengenermittlung bei 60–80 %.
Den Aufwand bestimmen weniger die Quadratmeter als die Frage, was modelliert werden soll. Eine leere Halle ist schneller ausgewertet als ein Technikgeschoss mit dichter Installation. Genau deshalb lohnt sich das Vorgespräch: Sie können Ihr Projekt anfragen und erhalten innerhalb von 24 Stunden eine Rückmeldung.

Nutzen im Betrieb: Umbau, Facility Management, Digital Twin
Die Dokumentation des gebauten Zustands ist kein Selbstzweck. Ihren Wert entfaltet sie in drei Situationen:
Wer den Schritt zum digitalen Zwilling plant, findet die Grundlagen in unserem Beitrag zum digitalen Zwilling für Gebäude. Die Basis ist immer dieselbe: ein Modell, das den tatsächlichen Zustand zeigt. Unsere Scan-to-BIM-Leistung liefert dieses Modell so, dass es sich später erweitern lässt.
Unser Schwerpunkt liegt in Stuttgart und Baden-Württemberg, wir arbeiten aber ebenso in Berlin, Hamburg, München und Düsseldorf. Seit unserer Gründung 2021 arbeitet bei parallelum ein interdisziplinäres Team aus Vermessungsingenieuren, Architekten und Software-Entwicklern an Projekten in ganz Deutschland.
FAQ: Häufige Fragen
Was heißt as built auf Deutsch?
Was ist der Unterschied zwischen As-built-Plan und Bestandsplan?
Wer erstellt die Dokumentation des gebauten Zustands?
Wie genau ist eine As-built-Dokumentation per Laserscan?
Was kostet die Dokumentation?
In welchem Format erhalte ich das Modell?
Fazit: As built als verlässliche Planungsgrundlage
As built ist mehr als ein Fachbegriff: Es ist die Antwort auf die Frage, worauf Sie eigentlich planen. Genehmigungs- und Bestandspläne zeigen, was einmal vorgesehen war. Die As-built-Dokumentation zeigt, was tatsächlich gebaut wurde – mit allen Umbauten und Abweichungen. Per Laserscan erfasst, mit Kontrollpunkten geprüft und als Plan oder BIM-Modell ausgearbeitet, wird sie zur verlässlichen Grundlage für Umbau, Sanierung und Betrieb.
Wenn Sie vor einem Umbau, einer Hallenumplanung oder dem Aufbau eines digitalen Zwillings stehen, sprechen Sie mit uns über den passenden Umfang.
Wir erfassen Ihr Gebäude per Laserscan und liefern Pläne, Punktwolke und BIM-Modell des tatsächlichen Zustands. Rückmeldung innerhalb von 24 Stunden.
Geschäftsführer · parallelum GmbH
Gegründet 2021 in Stuttgart. Spezialisiert auf 3D-Laserscanning, Scan-to-BIM und Bestandsdokumentation für Architekten, Facility Manager und Projektentwickler in ganz Deutschland.
