Tachymeter auf Stativ vor einer Gründerzeitfassade bei der Gebäudevermessung

Tachymeter: Funktion, Einsatz und Abgrenzung zum Laserscanner

Ein Tachymeter ist das Standardinstrument der klassischen Vermessung: Es misst Winkel und Strecken zu einzelnen Punkten und rechnet daraus Koordinaten. Ob Grenzpunkt, Absteckung auf der Baustelle oder Kontrollpunkt für einen Laserscan – ohne dieses Instrument läuft in der Vermessung wenig. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie das Gerät funktioniert, welche Bauarten es gibt, wo die typischen Fehlerquellen liegen und wann ein 3D-Laserscanner die bessere Wahl ist.

Kurzantwort

Ein Tachymeter (auch Totalstation) misst Horizontalrichtung, Vertikalwinkel und Schrägstrecke zu einem Zielpunkt und berechnet daraus dessen Lage und Höhe. Es erfasst gezielt einzelne Punkte – ideal für Kataster, Absteckung und Ingenieurvermessung. Ein 3D-Laserscanner erfasst dagegen ganze Oberflächen. In der Gebäudeaufnahme ergänzen sich beide: Die Totalstation liefert Kontrollpunkte, der Scanner die vollständige Geometrie.

Inhaltsverzeichnis
Grundlagen

Was ist ein Tachymeter?

Ein Tachymeter ist ein geodätisches Messinstrument, das in einem einzigen Messvorgang drei Größen erfasst: die Horizontalrichtung, den Vertikalwinkel und die Schrägstrecke zum Zielpunkt. Der Name stammt aus dem Griechischen und bedeutet sinngemäß „Schnellmesser“ – gemeint ist, dass Lage und Höhe eines Punktes in einem Arbeitsgang bestimmt werden. Moderne elektronische Geräte werden international meist Totalstation genannt.

Im Unterschied zum reinen Theodolit, der nur Winkel misst, besitzt das Gerät einen eingebauten elektrooptischen Distanzmesser. Damit lassen sich aus einem Standpunkt heraus Hunderte Punkte nacheinander aufnehmen, ohne dass jemand mit einem Maßband zwischen Instrument und Ziel laufen muss. Die Messwerte landen direkt im internen Speicher oder auf einem Feldrechner und werden dort in Koordinaten umgerechnet.

ℹ️ InfoWer nach „Tachymeter“ sucht, landet oft bei Armbanduhren. Dort bezeichnet der Begriff eine Skala auf der Lünette, mit der sich aus einer gestoppten Zeit eine Geschwindigkeit ablesen lässt. Mit dem Vermessungsinstrument hat diese Uhrenfunktion nichts zu tun – in diesem Ratgeber geht es ausschließlich um das Messgerät der Geodäsie.

Für Bauherren, Architekten und Projektentwickler ist das Instrument vor allem indirekt relevant: Es steckt hinter Lageplänen, Absteckungen und Höhenaufnahmen – und hinter der Qualitätssicherung einer modernen 3D-Laservermessung. Wie diese Verbindung in der Praxis aussieht, zeigen wir weiter unten.

Punktwolke einer Altbaufassade auf dem Monitor mit tachymetrisch eingemessenen Passpunkten und Standpunkten
Wenige, exakt eingemessene Einzelpunkte geben der dichten Punktwolke Maßstab und Lage: Das Tachymeter liefert die Passpunkte, der Laserscan die Fläche.
Funktionsweise

Funktionsweise: Wie ein Tachymeter Winkel und Strecken misst

Das Tachymeter arbeitet nach dem polaren Messverfahren. Das Instrument steht auf einem Stativ über einem bekannten Punkt oder wird frei aufgestellt und über bekannte Anschlusspunkte orientiert. Von dort aus visiert es jeden Zielpunkt an und bestimmt drei Werte:

✓Horizontalrichtung: der Winkel in der Waagerechten, bezogen auf eine festgelegte Nullrichtung (zum Beispiel einen Anschlusspunkt).
✓Vertikalwinkel (Zenitwinkel): der Winkel zwischen der Senkrechten nach oben und der Zielrichtung.
✓Schrägstrecke: die direkte Entfernung vom Instrument zum Ziel, gemessen über die Laufzeit oder Phasenverschiebung eines Lichtsignals.

Aus diesen drei Werten berechnet das Gerät die Horizontalstrecke, den Höhenunterschied und schließlich rechtwinklige Koordinaten. Zwei Achsen im Instrument werden dabei laufend von einem Kompensator überwacht, der kleine Neigungen automatisch herausrechnet. In der deutschen Vermessung werden Winkel traditionell in Gon angegeben: Ein Vollkreis hat 400 gon, ein rechter Winkel 100 gon.

Durchgerechnetes Beispiel: vom Messwert zur Koordinate

Angenommen, das Instrument steht auf einem Punkt mit den lokalen Koordinaten Rechtswert 0,000 m und Hochwert 0,000 m. Es misst zu einer Gebäudeecke:

Messgröße Wert Bedeutung
Horizontalrichtung 50,0000 gon Richtung genau zwischen Nord und Ost
Zenitwinkel 100,0000 gon Ziel liegt exakt auf Instrumentenhöhe
Schrägstrecke 20,000 m direkte Entfernung zum Prisma

Weil der Zenitwinkel genau 100 gon beträgt, ist die Horizontalstrecke gleich der Schrägstrecke: 20,000 m. Der Rechtswert ergibt sich aus 20,000 m × sin(50 gon) = 20,000 × 0,7071 = 14,142 m, der Hochwert aus 20,000 m × cos(50 gon) = 14,142 m. Der Höhenunterschied ist null. Bei einem Zenitwinkel von zum Beispiel 95 gon läge das Ziel höher als das Instrument, und die Horizontalstrecke würde entsprechend kürzer.

Genau diese Rechnung läuft im Gerät für jeden Punkt in Sekundenbruchteilen ab. Der Vorteil: Jede Koordinate ist nachvollziehbar aus Messwerten hergeleitet und lässt sich später kontrollieren.

Bauarten

Bauarten: vom optischen Tachymeter bis zur robotischen Totalstation

Tachymeter haben sich über mehr als ein Jahrhundert entwickelt. Heute sind auf Baustellen und in Vermessungsbüros fast ausschließlich elektronische Geräte im Einsatz, die sich vor allem in Bedienung und Automatisierung unterscheiden.

HistorischOptisch-mechanisches TachymeterStrecken wurden über Distanzstriche im Fernrohr an einer Messlatte abgelesen. Heute nur noch im Museum oder in der Lehre.
StandardElektronisches TachymeterWinkel und Strecke werden elektronisch gemessen und gespeichert. Das Ziel wird manuell anvisiert, meist ein Prisma auf einem Lotstab.
Ohne PrismaReflektorlose MessungDer Distanzmesser misst direkt auf Oberflächen wie Wand, Kante oder Decke. Praktisch für unzugängliche Punkte, aber empfindlicher gegenüber dem Auftreffwinkel.
AutomatisiertMotorisierte / robotische TotalstationServomotoren richten das Fernrohr selbst aus und verfolgen ein Prisma automatisch. Eine Person kann allein messen und das Gerät vom Lotstab aus steuern.

Viele aktuelle Geräte kombinieren zusätzlich Kameras, die das Zielfeld als Bild festhalten, oder Scan-Funktionen, mit denen sich ein Raster aus Punkten automatisch abfahren lässt. Diese Scanfunktion ersetzt jedoch keinen echten Laserscanner: Sie misst deutlich langsamer und eignet sich eher für kleine Bereiche wie ein Bauteil oder eine Böschung.

💡 TippFragen Sie bei einer Beauftragung nicht nach dem Gerätetyp, sondern nach dem Ergebnis: Welche Punkte werden aufgenommen, in welchem Koordinatensystem, und wie wird die Genauigkeit nachgewiesen? Das sagt mehr über die Qualität aus als das Datenblatt des Instruments.
Abgrenzung

Tachymeter, Theodolit und Nivellier im Vergleich

In der Vermessung gibt es drei klassische Instrumente, die oft verwechselt werden – dazu kommt heute der Satellitenempfänger. Die folgende Übersicht zeigt, was jedes Gerät misst und wofür es typischerweise eingesetzt wird.

Instrument Misst Typischer Einsatz
Theodolit Horizontal- und Vertikalwinkel Winkelmessung, Lehre, heute weitgehend vom Tachymeter abgelöst
Tachymeter / Totalstation Winkel und Strecke Lage- und Höhenaufnahme, Absteckung, Ingenieurvermessung, Kontrollpunkte
Nivellier Höhenunterschiede Präzise Höhenübertragung, Setzungsmessung, Fußbodenhöhen
GNSS-Empfänger Position über Satelliten Großräumige Lagebestimmung im Freien, Anschluss an das Landeskoordinatensystem

In der Praxis werden die Geräte kombiniert: GNSS liefert den Anschluss an das amtliche Koordinatensystem, die Totalstation überträgt diese Koordinaten in Bereiche, in denen kein Satellitenempfang möglich ist – etwa in Innenräume, Tiefgaragen oder enge Innenhöfe – und das Nivellier sichert besonders genaue Höhen ab.

Einsatz

Einsatzgebiete: Kataster, Absteckung und Ingenieurvermessung

Die Totalstation ist ein Allrounder. Überall dort, wo einzelne, klar definierte Punkte mit Koordinaten benötigt werden, ist sie das Werkzeug der Wahl.

✓Katastervermessung: Grenzpunkte werden aufgenommen oder wiederhergestellt – eine hoheitliche Aufgabe der Vermessungsverwaltung und öffentlich bestellter Vermessungsingenieure.
✓Lage- und Höhenpläne: Grundlage für Bauanträge, mit Gebäuden, Bäumen, Höhenpunkten und Leitungen.
✓Absteckung: Achsen, Gebäudeecken und Höhen werden aus dem Plan in die Natur übertragen, damit der Rohbau an der richtigen Stelle entsteht.
✓Bauüberwachung: Kontrolle von Stützen, Achsen und Höhen während der Bauphase.
✓Ingenieurvermessung: Vermessung von Brücken, Tunneln, Stützwänden und Industrieanlagen, inklusive Verformungs- und Setzungsmessungen.

Ingenieurvermessung mit dem Tachymeter

Die Ingenieurvermessung umfasst alle Vermessungsaufgaben rund um Planung, Bau und Überwachung technischer Bauwerke. Hier spielt das Instrument seine Stärke aus: Es misst ausgewählte Punkte wiederholt und reproduzierbar. Werden an einer Brücke oder Stützwand fest vermarkte Prismen angebracht, lässt sich in regelmäßigen Abständen prüfen, ob sich das Bauwerk bewegt.

Die Grenze liegt in der Punktdichte. Die Totalstation beantwortet sehr gut die Frage „Wo liegt dieser Punkt?“, aber nur eingeschränkt die Frage „Wie sieht die gesamte Oberfläche aus?“. Für Verformungen zwischen den Messpunkten, Abplatzungen an Beton oder die komplette Geometrie eines Brückenbauwerks braucht es flächenhafte Verfahren – und damit den Laserscanner.

Vergleich

Tachymeter oder 3D-Laserscanner: Punkt gegen Fläche

Der wichtigste Unterschied zwischen beiden Verfahren ist das Messprinzip. Die Totalstation ist punktorientiert: Ein Mensch entscheidet, welche Punkte gemessen werden. Der Laserscanner ist flächenorientiert: Er tastet die Umgebung in einem dichten Raster ab und erfasst alles, was in seiner Sichtlinie liegt – Wände, Decken, Leitungen, Stuck, Unebenheiten.

Kriterium Tachymeter 3D-Laserscanner
Messprinzip Einzelpunkte, gezielt angemessen Flächenhaft, Millionen Laserpulse pro Sekunde
Ergebnis Koordinatenliste, Linien, Punkte Punktwolke mit 20–50 Millionen Messpunkten (je nach Objekt)
Interpretation Vor Ort: Der Messende wählt die Punkte aus Im Büro: Geometrie wird aus der Punktwolke abgeleitet
Vollständigkeit Nur, was gemessen wurde Alles im Sichtfeld, auch nachträglich nachmessbar
Stärke Kontrollpunkte, Absteckung, Monitoring Bestandsaufnahme, komplexe Geometrie, BIM-Modelle
Schwäche Lücken zwischen den Punkten Braucht saubere Registrierung und Kontrolle

Ein häufiges Missverständnis: Die Totalstation sei per se „genauer“ als ein Scanner. Für einen einzelnen, gut angezielten Prismenpunkt stimmt das oft. Für das Gesamtergebnis eines Gebäudes zählt jedoch etwas anderes: ob alle relevanten Bauteile erfasst sind und ob das Modell als Ganzes stimmt. Bei unseren Projekten liegt die Modellgenauigkeit des fertigen Ergebnisses bei ±20 mm, auf Wunsch bei ±10 mm; ≤ 10 mm zur Realität erreichen wir mit tachymetrischer Kontrolle. Der Scanner selbst misst Einzelpunkte mit ±1–5 mm – das ist ein Gerätewert der Einzelpunkt-Distanzmessung und nicht die Genauigkeit des fertigen Modells.

Wenn Sie tiefer einsteigen möchten: Was eine Punktwolke beim 3D-Laserscan ist und wie daraus Pläne entstehen, erklären wir in einem eigenen Ratgeber.

Kombination

Tachymeter und Laserscan kombinieren: Passpunkte und Kontrolle

In der professionellen Bestandsaufnahme ist die Frage selten „Totalstation oder Scanner“, sondern „beides zusammen“. Ein Laserscan besteht aus vielen einzelnen Scanpositionen, die im Büro zu einer gemeinsamen Punktwolke zusammengefügt – registriert – werden. Bei großen Gebäuden, über mehrere Geschosse oder entlang langer Bauwerke können sich dabei kleine Abweichungen aufsummieren.

Hier kommt die klassische Tachymetrie ins Spiel. Vor oder während des Scans werden Zielmarken an Wänden und Bauteilen angebracht und mit der Totalstation eingemessen. Diese Passpunkte haben unabhängig bestimmte Koordinaten. Die Punktwolke wird anschließend an ihnen ausgerichtet und gegen sie geprüft.

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Kontrollpunkte setzenZielmarken werden verteilt über das Objekt angebracht – in jedem Geschoss, an Fassaden und in schwer zugänglichen Bereichen.

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Tachymetrisch einmessenDie Totalstation bestimmt die Koordinaten jeder Zielmarke, angeschlossen an ein lokales oder amtliches Koordinatensystem.

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Scannen und registrierenDer Laserscanner erfasst das Objekt flächenhaft, die Scans werden zur Punktwolke zusammengeführt.

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Abweichungen prüfenDie Lage der Zielmarken in der Punktwolke wird mit den unabhängig gemessenen Koordinaten verglichen. Erst wenn alles passt, geht es in die Modellierung.

So entsteht ein Ergebnis, das nicht nur in sich stimmig ist, sondern nachweislich am richtigen Ort im Koordinatensystem liegt. Besonders bei Brücken, Hallen, langen Fluren und mehrgeschossigen Gebäuden ist diese Kombination aus terrestrischer 3D-Laservermessung und Tachymetrie der Standard für belastbare Daten.

Video zum Thema

Vorschaubild zum Video: 3D-Scan einer Brücke mit tachymetrisch eingemessenen Kontrollpunkten

Im Video sehen Sie, wie eine Brücke samt Uferbereich per 3D-Laserscan erfasst und die Punktwolke über tachymetrisch eingemessene Passpunkte kontrolliert wird – und worin der Unterschied zur klassischen Einzelpunktmessung liegt.

Video auf YouTube ansehen →

Messpraxis

Typische Fehlerquellen bei der Messung mit dem Tachymeter

Auch die beste Totalstation ist nur so gut wie die Messung, die damit gemacht wird. In der Praxis entstehen Fehler selten durch das Gerät selbst, sondern durch Aufstellung, Zielauswahl und Umgebungsbedingungen. Die wichtigsten Fehlerquellen kennen Profis und kontrollieren sie systematisch:

Fehlerquelle Was passiert Gegenmaßnahme
Zentrierung und Horizontierung Instrument steht nicht exakt über dem Punkt oder ist geneigt Sorgfältige Aufstellung, Kontrolle mit Libelle und Kompensator
Falsche Instrumenten- oder Reflektorhöhe Alle Höhen werden um einen konstanten Betrag verfälscht Höhen immer messen und notieren, Gegenkontrolle auf bekannte Höhenpunkte
Prismenkonstante Falscher Reflektortyp im Gerät eingestellt, Strecken systematisch verschoben Prismentyp vor Messbeginn prüfen
Reflektorlos auf Kanten Der Messstrahl trifft teils Kante, teils Hintergrund – Mischsignal Auf flächige Ziele messen, Kanten konstruieren statt direkt messen
Spitzer Auftreffwinkel Bei schrägem Auftreffen wird der Messfleck groß und ungenau Standpunkt so wählen, dass möglichst senkrecht gemessen wird
Hitzeflimmern und Refraktion Der Lichtstrahl wird abgelenkt, Ziele flimmern Nicht in der Mittagshitze über Asphalt messen, kurze Zielweiten
Zielverwechslung Punkt wird falsch codiert oder falsch angezielt Feldskizze, Fotodokumentation, Kontrollmessungen

Der größte Fehler in der Gebäudeaufnahme ist allerdings ein anderer: Punkte, die gar nicht gemessen wurden. Ein punktweises Aufmaß erfasst nur, was der Messende im Moment für wichtig hält. Fehlt später eine Fensterleibung, ein Unterzug oder eine Deckenhöhe, bleibt nur ein erneuter Ortstermin. Genau hier liegt der Vorteil des Laserscans: Die Punktwolke enthält auch die Details, an die vor Ort niemand gedacht hat.

💡 MerkeEin Tachymeter beantwortet sehr präzise die Frage, wo ein einzelner Punkt liegt. Es beantwortet nicht, ob alle relevanten Punkte erfasst wurden. Für die vollständige Bestandsaufnahme eines Gebäudes braucht es deshalb ein flächenhaftes Verfahren.
parallelum

So setzen wir Tachymeter und Laserscan im Bestand ein

Bei parallelum steht die 3D-Laservermessung von Gebäuden im Mittelpunkt. Die Totalstation nutzen wir dort, wo sie ihre Stärken ausspielt: für Kontrollpunkte, für den Anschluss an ein übergeordnetes Koordinatensystem und für die Qualitätsprüfung der registrierten Punktwolke. In unseren Stuttgarter Projekten sehen wir immer wieder, dass genau diese Kontrolle den Unterschied zwischen „sieht gut aus“ und „ist belastbar“ macht – etwa bei verwinkelten Altbauten mit vielen Geschossen oder bei langgestreckten Gewerbehallen.

Leistung Richtwert laut parallelum
Erfassung vor Ort, Einfamilienhaus 2–4 Stunden
Erfassung vor Ort, Mehrfamilienhaus 6–8 Stunden
Punktwolke nach der Erfassung innerhalb von 1–2 Tagen verfügbar
Planungsgrundlagen aus dem Laserscan i. d. R. 10–15 Werktage
Modellgenauigkeit ±20 mm, auf Wunsch ±10 mm

Aus der kontrollierten Punktwolke entstehen anschließend Grundrisse, Schnitte, Ansichten oder 3D-Modelle – je nachdem, was Ihr Projekt braucht. Wer klassische Pläne für Umbau, Sanierung oder Genehmigung benötigt, bekommt ein Aufmaß im Bestand als CAD-Plan. Für BIM-Projekte modellieren wir aus denselben Daten ein Bauteilmodell.

Unser interdisziplinäres Team aus Vermessungsingenieuren, Architekten und Software-Entwicklern arbeitet seit der Gründung 2021 mit Projekten in ganz Deutschland – mit Schwerpunkt Baden-Württemberg, aber auch in Berlin, Hamburg, München und Düsseldorf. Wie der Ablauf einer Laservermessung im Detail aussieht, lesen Sie in unserem Beitrag zu Technik, Kosten und Ablauf der 3D-Laservermessung.

Entscheidungshilfe

Wann reicht ein Tachymeter, wann brauchen Sie einen Laserscan?

Die Wahl des Verfahrens hängt nicht vom Gerät ab, sondern von der Frage, die Ihr Projekt beantworten muss. Als Faustregel gilt:

Einzelpunkte reichenWenige, klar definierte PunkteAbsteckung von Gebäudeachsen, Höhenkontrolle eines Fundaments, Lageplan eines unbebauten Grundstücks, wiederkehrende Kontrolle einzelner Messpunkte an einem Bauwerk.
Laserscan nötigVollständige GeometrieBestandspläne eines Altbaus, Umbau- und Sanierungsplanung, Fassaden mit Ornamenten, technische Gebäudeausrüstung, Hallen mit Tragwerk, BIM-Modelle.
Beides kombiniertGroße oder anspruchsvolle ObjekteMehrgeschossige Gebäude, Brücken, Industrieanlagen und alle Projekte, bei denen das Ergebnis in ein übergeordnetes Koordinatensystem eingepasst werden muss.

Ein weiteres Kriterium ist der spätere Nutzen. Eine Punktwolke lässt sich auch Jahre später noch nachmessen, wenn neue Fragen auftauchen – ein punktweises Aufmaß nur so weit, wie damals gemessen wurde. Für Bestandsgebäude, die umgebaut, saniert oder dauerhaft bewirtschaftet werden, lohnt sich deshalb meist die flächenhafte Erfassung. Einen Überblick über alle Methoden finden Sie in unserem Ratgeber zur Bestandsaufnahme von Gebäuden mit Methoden und Ablauf.

💡 TippSie sind unsicher, welches Verfahren zu Ihrem Vorhaben passt? Beschreiben Sie uns kurz Objekt und Ziel – wir antworten innerhalb von 24 Stunden mit einer Einschätzung. Projekt anfragen.
FAQ

Häufige Fragen zum Tachymeter

Was ist der Unterschied zwischen Tachymeter und Totalstation?
Im heutigen Sprachgebrauch keiner: Ein elektronisches Tachymeter wird international als Totalstation bezeichnet. Beide messen Winkel und Strecken und rechnen daraus Koordinaten. Wann statt Einzelpunkten eine flächenhafte Laservermessung von Gebäuden sinnvoll ist, hängt von Ihrem Projekt ab.
Wie genau misst ein Tachymeter?
Das hängt von Geräteklasse, Zielart, Entfernung und Aufstellung ab – ein pauschaler Wert ist wenig aussagekräftig. Entscheidend ist die Genauigkeit des Endergebnisses. Bei unseren Laserscan-Projekten liegt die Modellgenauigkeit bei ±20 mm, auf Wunsch bei ±10 mm; mit tachymetrischen Kontrollpunkten erreichen wir ≤ 10 mm zur Realität. Mehr dazu im Ratgeber zur Genauigkeit der 3D-Laservermessung in Stuttgart.
Kann ein Tachymeter ohne Prisma messen?
Ja. Moderne Geräte messen reflektorlos direkt auf Wände, Decken oder Kanten. Das ist praktisch für unzugängliche Punkte, aber empfindlicher bei schrägem Auftreffwinkel und an Kanten. Für die vollständige Erfassung von Innenräumen ist ein digitales Aufmaß per Laserscan deutlich effizienter.
Was ist Ingenieurvermessung?
Ingenieurvermessung umfasst alle Vermessungsaufgaben bei Planung, Bau und Überwachung technischer Bauwerke wie Brücken, Tunnel oder Industrieanlagen – von der Absteckung bis zur Verformungsmessung. Die Totalstation liefert dabei Kontrollpunkte, der Laserscanner die flächenhafte Geometrie. Dafür bieten wir die 3D-Laservermessung für Industrie und Bestand mit tachymetrischer Kontrolle an.
Ersetzt ein 3D-Laserscanner das Tachymeter?
Nein, beide ergänzen sich. Der Scanner erfasst die vollständige Geometrie, die Totalstation sichert sie mit unabhängig gemessenen Passpunkten ab. Aus der kontrollierten Punktwolke kann anschließend auch ein BIM-Modell per Scan-to-BIM entstehen.
Was kostet eine Gebäudevermessung mit Laserscan und Kontrollpunkten?
Als Richtwert liegt ein Einfamilienhaus mit rund 150 m² ab ca. 2.500 €, ein Mehrfamilienhaus mit rund 600 m² bei ca. 5.500 €. Der genaue Preis hängt von Objekt, Detaillierung und gewünschten Plänen ab. Für ein konkretes Angebot können Sie direkt einen Beratungstermin vereinbaren.
Tachymeter und 3D-Laserscanner auf Stativen in einer historischen Industriehalle mit Zielmarken an den Pfeilern
Im Bestand arbeiten beide Instrumente zusammen: Der Laserscanner erfasst die Halle flächig, das Tachymeter misst die Zielmarken als Kontrollpunkte ein.
Fazit

Fazit: Das Tachymeter bleibt unverzichtbar – als Partner des Laserscanners

Das Tachymeter ist und bleibt das Präzisionswerkzeug für einzelne Punkte: Es misst Winkel und Strecken, liefert nachvollziehbare Koordinaten und ist aus Kataster, Absteckung und Ingenieurvermessung nicht wegzudenken. Für die vollständige Aufnahme eines Bestandsgebäudes stößt es jedoch an Grenzen, weil es nur erfasst, was gezielt angemessen wird.

Die stärkste Lösung ist die Kombination: Der Laserscanner erfasst die komplette Geometrie, die Totalstation sichert sie mit unabhängigen Passpunkten ab. So entstehen Bestandsdaten, auf die sich Planer, Statiker und Bauherren verlassen können.

Sie planen einen Umbau, eine Sanierung oder ein BIM-Projekt im Bestand und möchten wissen, welche Kombination aus Einzelpunktmessung und Laserscan für Ihr Objekt sinnvoll ist? Wir beraten Sie gern – in Stuttgart, Baden-Württemberg und deutschlandweit.

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Lars Beckmann

Lars BeckmannGeschäftsführer · parallelum GmbH

Gegründet 2021 in Stuttgart. Spezialisiert auf 3D-Laserscanning, Scan-to-BIM und präzise Bestandsdokumentation für Architekten, Facility Manager und Projektentwickler in ganz Deutschland.